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Gute Laune bei Kartoffelsuppe: Der neue Kommandeur Jakob Klötzner (r.) unterhält sich im Kurhaus-Restaurant mit Bürgermeister Thomas Schwarzenberger. Dazwischen sitzt der scheidende Kompaniechef Jan Schumacher. 

Neuer Kommandeur zieht 40-Tage-Bilanz

Prall gefülltes Auftragsbuch für Gebirgsjäger

Die Garnison Mittenwald ist für Jakob Klötzner kein Neuland. Der neue Kommandeur des Bataillons 233 hat sich demnach schnell akklimatisiert. Die ersten 40 Tage jedenfalls haben sich gut angefühlt.

Mittenwald/KrünJakob Klötzner kann’s gut mit Menschen. Bei einem Teller heißer Kartoffelsuppe findet er beim Plausch mit dem Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger schnell einen gemeinsamen Draht. Zuvor ist Klötzner, der neue Kommandeur des Mittenwalder Gebirgsjäger-Bataillons 233, seiner Arbeit nachgegangen – bei der Kompanie-Übergabe im Krüner Kurpark.

Als inzwischen 23. Befehlshaber seit Wiedergründung des Bataillons 1961 hat Klötzner am 7. März das Chefbüro in der Edelweißkaserne bezogen. Zeit für eine erste Bilanz. „Meine Erwartungen haben mich nicht getäuscht“, verrät der 46-jährige Offizier. „Ich habe in diesem Standort in einer fordernden Zeit einen einzigartigen und großartigen Verband übernommen.“

Der gebürtige Bad Cannstatter trat 1997 in Pfullendorf in die Bundeswehr ein. Mit der Garnison Mittenwald kam er seitdem mehrfach in Kontakt: Von 2005 bis 2007 fungierte er als Zugführer in der 2. Kompanie des Bataillons 233. Anschließend war er bis 2008 als Hörsaalleiter in der damaligen Gebirgs- und Winterkampfschule tätig. Danach ging’s wieder von der Karwendel- in die Edelweißkaserne – von 2008 bis 2010 als Chef der 2. Kompanie und 2014/2015 als stellvertretender Kommandeur.

Seit dieser Zeit kennt Klötzner, der mit seiner Frau und den zwei Kindern in Partenkirchen wohnt, auch alle Isartaler Bürgermeister oder deren Vertreter. „Einzigartig in Deutschland ist die hier gelebte Patenschaft zwischen Bundeswehr und Gemeinden.“ Öffentliche Gelöbnisse wie in diesem Landstrich seien andernorts undenkbar.

Nach seiner Ausbildung zum Offizier der Gebirgstruppe und dem Studium der Volkswirtschaft an der Bundeswehr-Universität in Hamburg absolvierte Klötzner 2015 und 2016 einen internationalen Generalstabs-Lehrgang am Israel-National-Defense-College in Tel Aviv. Anschließend diente er im Hauptquartier des Eurocorps in Straßburg. Erfahrungen konnte Diplom-Volkswirt Klötzner auch bei seinen vier Auslandseinsätzen im Kosovo (2005) sowie dreimal in Afghanistan (2006 in Kunduz; 2010 in Feyzabad und 2013 als S3-Stabsoffizier) zur Genüge sammeln.

Umfassende Kenntnisse in Krisen- und Kriegsgebieten sind für einen Kommandeur von 233 mittlerweile unabdingbar – zumal es im Herbst für Teile seines Bataillons erneut zum Friedenseinsatz ins afrikanische Mali geht.

Hierzu bedarf es intensiven Trainings. So steht in zwei Wochen die Brigade-Gefechtsübung „Berglöwe“ an. „Das Bataillon wird dabei als Hauptübungsteilnehmer im Raum Südbayern als Angreifer eingesetzt“, erklärt Klötzner das Szenario. Danach beginnen im Rahmen der UN-Mission Minusma die Vorbereitungen für Mali. „Dadurch dürfte deutlich werden, dass unser Auftragsbuch voll ist und von unseren Frauen und Männern besonders viel verlangt wird“, unterstreicht Klötzner. „Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir alle die an uns gestellten Aufträge erfolgreich erfüllen werden.“

Wolfgang Kunz

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