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Lange ist’s her: Am 23. September 2016 übergeben in der ehemaligen Standortverwaltung die BImA-Mitarbeiter (v. l.) Jörg Musial und Monika Maucher ein Informationsschreiben über die Erstzugriffsoption an den Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner. 

Bürgermeister übt Kritik

StoV-Gelände Mittenwald: Nichts Neues aus Bonn

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Das ehemalige Gelände der Standortverwaltung liegt weiter brach. DieGemeinde Mittenwald, die eine Erstzugriffsoption besitzt, drängt die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), aufs Tempo zu drücken.

Mittenwald/Bonn – Seit bald drei Jahren spechtet man im Mittenwalder Rathaus darauf, endlich zupacken zu können. Das Objekt der Begierde: 4,6 Hektar Grund in zentraler Lage – das ehemalige Gelände der Standortverwaltung (StoV) an der Tiefkarstraße. „Der Markt Mittenwald drängt seit längerem darauf, in Verhandlungen treten zu dürfen“, berichtete Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) während der Bürgerversammlung. Dem Rathauschef zufolge besteht „die Sorge“, dass auf dem einstigen Bundeswehr-Areal „nicht unerhebliche Altlasten“ schlummern. Interpretiert man Hornsteiner richtig, befürchtet dieser bei einer möglicherweise notwendigen Dekontaminierung des Erdreichs ein Wegducken des Bundes. „Und das kann nicht sein.“ Der Bürgermeister pocht darauf, dass die Bodenqualität bei einem Kauf die gleiche ist wie weiland in den 1930ern, als Mittenwalder Bürger während der Nazizeit diese innerörtliche Fläche mehr oder weniger freiwillig zu militärischen Zwecken abgeben mussten.

Adressat der Bürgermeister-Kritik ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Bonn. Dieser Behörde wurde treuhänderisch das StoV-Gelände am 23. September 2016 von der Bundeswehr übertragen – sozusagen von einer staatlichen Instanz zur anderen. Den Vorwurf der Verschleppung lässt man bei der BIma nicht gelten. Im Gegenteil: Deren Sprecher Thorsten Grützner spielt den Ball zurück: „Für die Ermittlung des Verkehrswerts benötigen wir noch das vorgesehene Nutzungskonzept für die Liegenschaft. Dieses hat die Marktgemeinde jedoch bislang nicht vorgelegt.“

Ferner teilt Grützner mit, die BImA habe der Kommune „die möglichen kaufvertraglichen Regelungen bezüglich vorhandener Altlasten“ im Sommer 2018 erläutert. „Lediglich für einen geringen Teil der Altlasten-Verdachtsflächen stehen noch Untersuchungen aus.“ Aus Sicht der BImA stellten die verbleibenden Analysen „kein Hindernis“ für die Erstellung des Nutzungskonzepts seitens der Marktgemeinde dar.

Gut Ding will also Weile haben, wie schon ein abgedroschenes Sprichwort sagt. In diesem Zusammenhang sei noch einmal an ein mehr oder weniger Versprechen erinnert, das vor zweieinhalb Jahren BImA-Mitarbeiter Jörg Musial gegeben hatte. Damals, im September 2016 wurde der Behördenvertreter vom Tagblatt gefragt, wie lange die Gespräche zwischen Bund und Kommune dauern werden. Die Antwort: „Da bereits eine enorme Vorarbeit geleistet wurde, gehen wir nur von wenigen Monaten aus“, teilte Musial im Brustton der Überzeugung mit. Die maximale Verhandlungsdauer sei auf zwei Jahre gesetzt. „Die werden wir aber nicht brauchen.“ Wie man sich täuschen kann.

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