+
Die Zukunft? Autos, die mit Strom fahren.

E-Mobilität

Mittenwald plant vier Ladestationen

Mittenwald - Auch in Mittenwald soll künftig per Strom-Kabel getankt werden. Vier Ladesäulen für je zwei Elektrofahrzeuge will die KEW auf gemeindeeigene Parkplätze verwirklichen. Der Bauausschuss gab für dieses zukunftsorientierte Projekt nun Grünes Licht.

Noch stellen Autos mit Stromantrieb eine deutliche Minderheit in Deutschland dar. Die Tendenz ist allerdings steigend. In vielen Städten und größeren Ortschaften gehören Ladesäulen – Tankstellen für Elektrizität – bereits zur Normalität. Auf dem Land sind sie hingegen noch rar zu finden. Mittenwald geht hier nun in die Vorreiterrolle.

Vier Ladestationen will dort die Karwendel Energie & Wasser (KEW) errichten und betreiben. „Ein weiterer kleiner Mosaikstein in der Energiewende“, erklärte Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) in der Bauausschuss-Sitzung. Und ein wichtiger Schritt zur energetischen Sanierung des Isartals.

Pro Säule können zwei Fahrzeuge gleichzeitig aufgeladen werden. Die Suche nach geeigneten Stellplätzen erwies sich als nicht einfach. Schließlich gilt es, grundlegende Kriterien zu erfüllen. „Die Standorte müssen 24 Stunden pro Tag öffentlich zugänglich sein“, beschreibt Marktbaumeister Ralf Bues die Anforderungen. Strom soll dabei aus einem „Netzanschluss aus der direkt angrenzenden Trafostation“ kommen. „Somit sind die Anschlusskosten minimiert und die notwendige Leistungsbereitstellung garantiert.“ Gefördert werden die Kosten der Maßnahme mit „bis zu 60 Prozent von der Bundesregierung“, verkündet der Marktbaumeister.

Die durchgängige Zugänglichkeit sowie die kostenlose Benutzung der jeweiligen Flächen sichert die Gemeinde in einem Gestattungsvertrag mit der KEW zu. Die Ladesäulen werden an den Parkplätzen an der Ecke Dammkarstraße und Bahnhof, am Friedhofs-, am Bahnhofsparkplatz sowie an der Innsbrucker Straße ausgewiesen. Für mindestens sechs Jahre wird der technische Unterhalt der KEW unterliegen, der Markt Mittenwald kümmert sich um den Unterhalt der Parkflächen.

Gemeinderat Klaus Zwerger (Bürgervereinigung) ist begeistert: „Das hat einen Werbeeffekt“, meinte er und schlug vor, dieses neue Angebot auch dementsprechend in der Werbung zu vermarkten. Diese Überlegung hatte auch schon die Verwaltung, wie Hornsteiner erklärte. Auch Florian Lipp (Freie Wähler) ist sicher, dass mit diesem Projekt in „die richtige Richtung“ gegangen wird. Bezahlt wird dabei mit speziellen Karten, die den Nutzern von Elektrofahrzeugen bundesweit ausgestellt werden.

Adolf Frank (CSU) gab allerdings zu bedenken, die neuen Flächen gut im Auge zu behalten. „Nicht das Manche die Plätze als kostenlose Parkmöglichkeit ausnutzen.“ Das ist auch ein Anliegen für Gemeindewerk-Chef Mattias Pöll. Die Dauer einer vollständigen Tankladung „dauert etwa drei Stunden“. Für ihn tun sich damit positive Synergie-Effekte auf: „Die Fahrer können währenddessen gemütlich im Ort Kaffee trinken, essen gehen oder einkaufen.“ Allerdings soll die Parkdauer begrenzt werden, damit auch Elektroautos nicht tagelang den Parkplatz kostenfrei blockieren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lawinengefahr weiter hoch: Jetzt ist auch noch die Straße nach Leutasch zu
Keine Entwarnung: Nach wie vor besteht im Landkreis die Gefahr, dass sich Schneebretter ablösen. Die Vorsichtsmaßnahmen blieben am Dienstag bestehen.
Lawinengefahr weiter hoch: Jetzt ist auch noch die Straße nach Leutasch zu
Starkbier-Anstich: Steilvorlagen ohne Ende
„Oans, zwoa, g’suffa“ – nicht nur das heißt es wieder am 10. März im Mittenwalder Postkeller. Denn beim traditionellen Starkbieranstich soll auch fleißig derbleckt …
Starkbier-Anstich: Steilvorlagen ohne Ende
Rauchverbot: Dauerbrenner neu entflammt
Kurz vor der Passion 2010 hat’s in Oberammergau gescheppert: Weil Christian Stückl im Passionstheater raucht. Damals waren die Gelben am Wettern. Nun wird wieder am …
Rauchverbot: Dauerbrenner neu entflammt
Klinikum schließt Kooperation mit Olympiastützpunkt Bayern
Prophylaxe, Schmerzbehandlung oder Physiotherapie: Im Garmisch-Partenkirchner Krankenhaus werden nun Kadersportler olympischer Disziplinen betreut. 
Klinikum schließt Kooperation mit Olympiastützpunkt Bayern

Kommentare