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Stehen für Recht und Ordnung: (v. l.) Stellvertretender Dienststellenleiter Thomas Rappensberger, Inspektionschef Thomas Holzer, die Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (Krün) und Adolf Hornsteiner (Mittenwald ) sowie Manuel Erdinger (Leiter Ermittlungsgruppe) präsentieren den Sicherheitsbericht. 

Polizei legt Jahresstatistik vor

Keine Kapitalverbrechen im Oberen Isartal 

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Die Zahl der Straftaten im Oberen Isartal hat deutlich abgenommen. Was in erster Linie an dem Rückgang illegaler Einreisen liegt. Das und vieles mehr steht im Sicherheitsbericht 2018 der Polizei Mittenwald.

Oberes Isartal – Dass einem Einzelfälle die Statistik verhageln können, offenbart der Sicherheitsbericht 2018 der Polizei Mittenwald. Dienststellenleiter Thomas Holzer und dessen Stellvertreter Thomas Rappensberger haben die gesammelten Daten nun an die Isartaler Bürgermeister zur Kenntnisnahme übergeben. Fazit: Weniger illegale Einreisen, weniger Straftaten. „Bei uns ist es deutlich sicherer und ruhiger als etwa in Garmisch-Partenkirchen“, resümiert Holzer.

Wenn da nicht die ärgerlichen Einzelfälle wären. Bei der Sparte häusliche Gewalt war es vornehmlich ein – positiv formuliert – temperamentvolles Paar, das die Polizei auf Trab hielt. „Die haben sich immer gegenseitig angezeigt“, informiert der Inspektionschef. „Das ist ständig hin und her gegangen.“ Mal gab’s eine Watschen, mal ein blaues Auge, mal stand eine Nötigung im Raum. Was immer im Spiel war: Alkohol. Was laut Holzer bei Gewaltdelikten „zu 95 Prozent“ eine Rolle spielt. Im Falle des streitbaren Pärchens gibt es inzwischen Entwarnung. Die zwei haben sich getrennt. Oder wie es Holzer ausdrückt: „Jetzt ist Ruhe eingekehrt.“

Auch das Thema Rauschgift-Delikte bedarf einer genaueren Betrachtungsweise: Die Zahl der Straftaten schnellte gegenüber 2017 von 35 auf 77 nach oben. „Diese enorme Steigerung ist für Mittenwald eigentlich eine Katastrophe.“ Holzers Betonung liegt auf „eigentlich“. Denn der Übeltäter, der in der Sparte Drogen die Polizei-Statistik über Gebühr strapazierte, ist ein festgenommener, einheimischer Kleindealer. Als er aufflog, konnten zahlreiche Geschäftsabschlüsse anhand E-Mail-Verkehr und ähnliches rekonstruiert werden. „Jeder Verkauf bedeutet eine Anzeige“, schildert Holzer die juristischen Konsequenzen. Und der Isartaler hat offenbar gut verkauft.

Was den Inspektionschef positiv stimmt, ist die Tatsache, dass es 2018 kein einziges Mal Widerstand gegen seine Kollegen gab – sei es verbaler oder körperlicher. Was Holzer weniger neu entdeckten Friedfertigkeit betrunkener Nachtschwärmer zuschreibt, sondern vielmehr der neuen Helmkamera, die Beamte bei Einsätzen mitführen. „Die wirkt absolut deeskalierend“, bestätigt Holzer. „Die Kamera hat für alle Seiten nur Vorteile gebracht.“ Denn jeder weiß, was eine Aufzeichnung möglicherweise für ihn bedeutet.

Ein wesentlicher Bestandteil des Sicherheitsberichts ist der Punkt Straßenverkehr. Besonders bitter sind diesmal natürlich die drei Unfalltoten – beispielsweise die 52-jährige Motorradfahrerin aus dem Raum Augsburg, die am 19. Oktober auf der B 2 bei Gerold ihr Überholmanöver mit dem Leben bezahlte. „Das tut uns schon weh“, sagt Holzer im Hinblick auf 2017, als kein Opfer beklagt werden musste.

Für 2018 konstatiert der Polizeichef: „Entgegen dem Trend war es ein böses Jahr.“ An fehlender Prävention von Seiten der Sicherheitsbehörden hat es Holzer zufolge keineswegs gelegen. „Wir haben weder die Überwachung vernachlässigt, noch haben wir die Unfallschwerpunkte nicht beobachtet.“ Auch bei den Verkehrstoten 2018 waren es Einzelschicksale, die selbst bei allergrößter Sorgfalt auf den immer stärker belasteten Straßen nicht gänzlich verhindert werden können.

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