Hier geht’s rein: Bis mindestens Ende des Monats gehört die Hochstraße den Fußgängern. 
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Hier geht’s rein: Bis mindestens Ende des Monats gehört die Hochstraße den Fußgängern. 

Liberale geben Lebenszeichen

Schließung der Hochstraße: FDP fordert Ratsbegehren

  • vonChristof Schnürer
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Die Werdenfelser Liberalen fordern wegen der umstrittenen Hochstraßen-Sperrung ein Ratsbegehren in Mittenwald. 

Mittenwald – Hans Hilbertz ist gebürtiger Kölner, der in Berlin-Mitte lebt. Was ihn mit Mittenwald verbindet? Eine Zweitwohnung, die er seit 15 Jahren zwei- bis dreimal per anno zu unbeschwerten Wochen in der bayerischen Provinz nutzt. Gut möglich, dass der pensionierte Bundesbeamte in absehbarer Zeit seinen Lebensabend zur Gänze unterm Karwendel verbringt. Denn dort will der bekennende Liberale etwas gründen, was es bislang in Mittenwald noch nicht gab: einen FDP-Ortsverband. Sein Problem: Es fehlen dafür die notwendigen Mitstreiter.

Diese möchte der 66-jährige Rheinländer mit Mittenwald-Faible über ein derzeit heißes Thema sensibilisieren: die temporäre Schließung der Hochstraße, die nach denkbar knappem Gemeinderatsbeschluss vom 26. Mai (11:10 Stimmen) bis mindestens 30. Juni untertags eine Fußgängerzone ist.

FDP fordert den Mittenwalder Marktgemeinderat auf, die Vollsperrung aufzuheben

Eine durchaus diskutable Entscheidung finden die Werdenfelser Liberalen. „Deswegen fordert die FDP den Marktgemeinderat auf, die Vollsperrung aufzuheben und für ein Ratsbegehren zu stimmen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine gute Idee, findet Hilbertz’ Parteifreund Martin Schröter aus Garmisch-Partenkirchen. „Den Bürger zu fragen, das ist Liberalismus par excellence.“ Mehr noch: „Das ist ein Stück Freiheit.“ Für den Bald-Mittenwalder Hilbertz hat das, wie er freimütig einräumt, auch einen partei-taktischen Effekt: „Durch solche Aktionen können wir testen, wie die Resonanz auf die FDP ist.“

Bislang jedenfalls fand diese bürgerliche Gruppierung im erzkonservativen Mittenwald faktisch nicht statt. Noch bei keiner Gemeinderatswahl ist seit der Nachkriegszeit eine gelbe Liste ins Rennen gegangen – geschweige denn ein Bürgermeister-Kandidat. Doch auch davon träumt Hilbertz. „Auf jeden Fall wollen wir Denkanstöße liefern.“ Und die Hochstraße bietet hierzu eine Steilvorlage. Das Echo im Ort ist riesig, wie beispielsweise die Unterschriftenaktion der Grieser Geschäftsleute beweist. Schon weit über 400 Bürger haben sich darauf klar gegen die Abriegelung der Schnittstelle zwischen Fritz-Prölß-Platz und Obermarkt positioniert.

Liberale sehen sich als Anwälte des heimischen Einzelhandels

Die noch nicht existierende Mittenwald-FDP haben sie schon mal auf ihrer Seite. „Die Vollsperrung der Hochstraße ist einschneidend“, wird in der Presse-Mitteilung argumentiert. „Sie betrifft fast alle Mittenwalder Geschäftsleute und Wirte, die gerade jetzt unter der Coronakrise leiden, und natürlich die Bürger, insbesondere die Anwohner.“ Auch sehen sich die Liberalen als Anwälte des heimischen Einzelhandels, der ihrer Meinung zu sterben droht. „Das wollen wir auf keinen Fall.“

Über das Vehikel Hochstraße möchten die Werdenfelser Liberalen in Mittenwald nun also Fuß fassen. Vor einiger Zeit hatte das mit Marion Schandl nicht eine Zugezogene, sondern eine Einheimische probiert. Viel rausgekommen ist nicht, und dem Vernehmen nach hat Schandl der FDP inzwischen den Rücken gekehrt.

Lesen Sie auch: Grieser Wahrzeichen kehrt zurück: Riesen-Geige wieder an Ort und Stelle

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