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Herrlich hochalpin: Der Mittenwalder Höhenweg bietet ein gigantisches Bergpanorama. Doch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind bei der Karwendel-Gratwanderung unabdingbar. 

Schneeräum-Aktion auf dem Karwendel

Mittenwalder Klettersteig: „Galli“ und Co. machen Weg frei

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An Fronleichnam soll der Mittenwalder Klettersteig wieder geöffnet werden. Doch davor müssen Hüttenwirt Hans-Peter Gallenberger und seine Helfer schuften.

Mittenwald – Hans-Peter Gallenberger (61), den in seinem Heimatort Mittenwald alle nur „Galli“ rufen, packt morgen wieder an. Der Brunnstein-Hüttenwirt und seine drei Spezln Sepp Rieger, Peppi Fütterer und Florian Klotz machen sozusagen auf dem Klettersteig den Weg frei. „Das sind alles Top-Leute“, schwärmt Gallenberger, dessen Mission am Mittwoch um 8 Uhr morgens beginnt. Klappt alles reibungslos, dann wird der beliebte, rund fünf Kilometer lange Höhenweg zwischen Karwendelbahn-Bergstation und Brunnstein für die Sommersaison freigegeben.

Das letzte Wort spricht dabei Stefan Adam, der Wege-Referent der zuständigen Alpenvereinssektion Mittenwald. Er kündigt bereits jetzt an, dass in nächster Zeit gewisse Teilstrecken auf dem Klettersteig saniert werden. „Ganze Leitern werden wir auswechseln“, teilt Adam mit. „Da kommt’s bestimmt zu Behinderungen.“

Zunächst aber sind morgen „Galli“ und Co. an der Reihe. Die vier kräftigen Mannsbilder kämpfen sich vom Einstieg bei der Bergstation mit ihren Schneehexen durch die immer noch üppigen Winterreste. Mehrere Stunden wird die schweißtreibende Arbeit auf etwa 2200 Metern dauern. „Dann dürften alle neuralgischen Stellen frei geschaufelt sein“, schätzt Gallenberger. Bis hinüber zur Sulzleklammspitz (2319 Meter) möchten es er und seine Freunde in dem felsigen und ausgesetzten Gelände schaffen. Eine Herausforderung wird dann zum krönenden Abschluss die dortige Nordostwand sein. „Da ist es brutal senkrecht.“

Bereits zum 33. Mal rückt der Brunnstein-Hüttenwirt – das ist er seit 1982 – im Frühsommer nicht zuletzt aus Eigeninteresse zum Schneeschaufeln aus. Schließlich endet der Höhenweg mehr oder weniger an seiner Unterkunft. Seine Mitstreiter erhalten für die Fleißarbeit einen kleinen Obolus vom Alpenverein und von der Karwendelbahn. Deren Mitarbeiter kümmerten sich bis Mitte der 1980er um den Steig.

Der Brunnstein-Hüttenwirt will sich später bei seinen Helfern revanchieren. „Bei mir gibt’s dann eine Brotzeit und einen Rausch.“ So kennt man den „Galli“, der sich überdies seit Jahrzehnten in der Bergwacht-Bereitschaft Mittenwald engagiert.

Alles spricht also dafür, dass der anspruchsvolle Klettersteig auf dem Karwendel ab übermorgen wieder passierbar ist. Nichts desto weniger warnt Wege-Referent Adam vor der einen oder anderen Tücke. Gerade Altschneefelder sollten Bergsteiger nicht unterschätzen. Wer darauf ausrutscht und mit Mords-Tempo nach unten rauscht, könnte sein blaues Wunder erleben.

Erinnert sei dabei an den Vorfall vor einer Woche an der Westlichen Karwendelspitze (2385 Meter). Dort hatten zwei Urlauber versucht, den Schneefeldern auszuweichen und sich dabei völlig verfranzt. Zum Glück leistete die heimische Bergwacht ganze Arbeit.

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