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Nur nicht ins Wasser fallen: Hunderte Schaulustige fiebern mit den Fischerstechern am Lautersee mit.

Spannende Kämpfe in „Hechtenzipflarena“

Ahoi! Tollkühne Recken duellieren sich am Lautersee - Wikinger schüchtert alle ein

Wasserschlacht als Publikumsmagnet: Hunderte Besucher strömen zum traditionellen Fischerstechen in Mittenwald und verfolgen, wie tollkühne Recken sich auf Booten duellieren. Eines geht dabei fast filmreif in den Tiefen des Lautersees unter.

Mit breiter Brust stechen sie in See, wollen den „Feind“ besiegen. Doch bis der Kampf beginnt, dauert es eine Weile. Denn der größte Gegner von „Die Lappen“ und den „Runter Box Piraten“ sind erst einmal die Boote. Sie können sie nicht richtig steuern. „Lasst’s eich nur Zeit Burschen, morgen ist Sonntag, da ham ma a no frei“, ruft ihnen Kommentator Franz Fütterer in der „Hechtenzipflarena“ zu. Irgendwann klappt’s bei den Kontrahenten der Jugendklasse, sie bekommen ihre Fahrzeuge in den Griff. Das Duell startet, da geht schon der erste „Lapp“ baden. Zurück an Land nehmen die „großen“ Mannschaften die Jungen wegen ihrer Manövrier-Panne ordentlich aufs Korn. Nichtsahnend, dass die Retourkutsche noch folgen wird.

Das Erwachsenen-Team um Alex Poller muss beim Fischerstechen der Wasserwacht Mittenwald am Lautersee antreten. Das Lenken –funktioniert. Puh. Wär ja sonst peinlich gewesen. Doch dann passiert auch dieser Gruppe ein Malheur. Pollers Mannschaft versenkt nicht nur seine Sonnenbrille in den Untiefen, sondern gleich das gesamte Boot. Während der hausinterne DJ die Melodien von „Das Boot“ und „Titanic“ einspielt, rückt die Wasserwacht zum Einsatz aus. Und Fütterer lässt Poller wissen: „Der Kapitän verlässt das Schiff fei zuletzt, aber Du kannst ja eh net schwimmen.“ Das Boot wird gerettet, die Sonnenbrille bleibt verloren. Obwohl der Kommentator jeden Abgestochenen auffordert, nach ihr zu suchen. Es wird der „Running gag“ des Tages. Da feixen die vorher Derbleckten am sicheren Ufer.

Wikinger Robert Müller spielt Luftgitarre.

Den finalen Höhepunkt liefert danach der Wasserwacht-Chef selbst. Robert Müller geht mit seinen „65ern“ im Wikinger-Helm aufs Boot. Motiviert bis in die Haarspitzen. Die Gegner haben keine Chance. Der grimmige Robert schüchtert sie mit einem Luftgitarren-Solo mächtig ein und katapultiert sie mit einem Stich alle ins Wasser.

Der Weg ins Finale ist frei. Dort allerdings müssen sich Müller und seine tollkühnen Spezl den „Lucky Loosern“ geschlagen geben. Die sind vielleicht wegen des aufziehenden Winds einfach einen Hauch besser.

Das Wetter meint es an diesem Tag aber mit allen Teilnehmern und den zahlreichen Besuchern gut. Erst, nachdem die Sieger ermittelt sind, gewittert’s am Lautersee. Dabei gibt’s den ersten (An)Sturm schon früh bei der beliebten Veranstaltung. Der wegen einer Vermählung verspätete Bürgermeister Adolf Hornsteiner hatte die Zuschauer aufgefordert, am Grill kräftig zuzuschlagen. Schließlich „wird der Euro jede Minute weniger wert, und hier kann man ihn noch gscheit anlegen“. Einige folgen seinem Rat und investieren in Steckerlfische. „Viele kommen nur wegen denen rauf“, schmunzelt Müller. Vielleicht aber auch wegen seiner erfolgreichen Gitarren-Nummern.

DIE ERGEBNISSE

Jugend: 1. Die Franzis; 2. Die Runter Box Piraten; 3. Die Lappen.

Erwachsene: 1. Lucky Looser; 2. 65er Wickinger; 3. Two and a Double Man.

Text: Kathrin Schneitberger

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