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Spendenübergabe im Rathaus: (vo. v.l.) Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Katharina Sörgel, Birgit Sailer, (hi. v. l.) Almmeister Thomas Frank, Vorstand Peter Reindl und Vize Andreas Kofler (alle Forst- und Weidegenossenschaft), Sepp Gerlach (Fingerhaklerverein), Claudia Brandner, Udo Schönthaler, Andreas Hillejan, Monika Adam, Claus Reiker, Petra Musch, Birgit Sailer, Dominik nd Manuela Blees und Martin Leuthner. 

Welle der Solidarität

Nach der Schaf-Katastrophe: Mittenwald steht zusammen

Eine Welle der Solidarität schwappt durch die Karwendelgemeinde. Das haben nun die leidgeprüften Schafhalter erfahren.

MittenwaldWer erinnert sich im Oberen Isartal nicht an die Schreckensmeldung vom 1. Juli, als bei einem Felssturz am Predigtstuhl rund 200 Schafe getötet wurden. Für die Mittenwalder Weidegenossenschaft eine Tragödie. Denn mit dieser Katastrophe war auf einen Schlag knapp die Hälfte der Herde ausgelöscht worden.

Was in der Marktgemeinde folgte, war eine beispiellose Welle der Solidarität. Über Wochen und Monate sammelte man Geld für die betroffenen Landwirte. Das Ergebnis wurde am Mittwochabend im Rathaus präsentiert: eine satte Spende im fünfstelligen Euro-Bereich.

Großen Anteil daran hatten auch zehn einheimische Betriebe. Diese hatten beschlossen, den Erlös ihres im September beim Gasthof Stern veranstalteten Regionalmarkts an die Weidegnossen weiterzureichen. Sie hielten Wort und übergaben im Sitzungssaal an Vorsitzenden Peter Reindl, dessen Stellvertreter Andreas Kofler und Almmeister Thomas Frank die Finanzspritze.

Mit leeren Händen waren auch nicht Sepp Gerlach (Fingerhakler) sowie Ingrid Sailer und Claus Reiker (Touristikverein) im Rathaus erschienen. Bürgermeister Adolf Hornsteiner – er stand als Einzelspender und im Namen der Marktgemeinde auf der Liste – würdigte das Engagement der Mittenwalder natürlich. „Der zusammengekommene fünfstellige Eurobetrag ist bemerkenswert. In der heutigen Zeit ist es unüblich, dass sich so viele Menschen gemeinsam für eine solche Sache einsetzen“, verdeutlichte der Rathauschef. „Sie alle haben zusammen mit der Marktgemeinde und den vielen Spenden ein Zeichen gesetzt.“

Das viele Geld können die leidgeprüften Schaferer gut gebrauchen. „Durch die große Gesamtspende konnten wir allen Tierhaltern pro getötetem Tier 130 Euro erstatten“, teilte Weidegenossenschaftschef Reindl mit. Fast wäre dabei ein Landwirt vergessen worden. „Er hatte alle seine sieben Tiere verloren“, berichtete Reindl. Deshalb erschien der Betroffene beim Schafscheid nach dem Almabtrieb auch nicht auf der entsprechenden Verteilerliste. „Zum Glück haben wir das noch rechtzeitig gemerkt.“

Trotz ihrer Notlage haben die Weidegenossen in dieser Zeit auch an andere gedacht. „Wir bedankten uns mit einer Geldspende bei der Bergwacht“, erzählte Reindl. „Sie hat uns bei der Bergung der Schafe mit ihrem selbstlosen Einsatz unterstützt.“ Mittenwald steht zusammen.

Wolfgang Kunz

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