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Partynacht im Mittenwalder Obermarkt.

Party in Mittenwald

Mittnacht lockt immer weniger Gäste und Lokale

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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Nur noch sieben Gaststätten haben sich an der elften Mittenwalder Mittnacht beteiligt, nicht einmal 500 Eintrittskarten haben die Organisatoren verkauft. Die Zukunft der Veranstaltung ist ungewiss.

MittenwaldDie, die gekommen sind, ließen es ordentlich krachen. Bis in den frühen Morgen. Nur sind eben nicht so viele gekommen. Zumindest erneut weniger als im Vorjahr. Nach der elften Auflage der Mittenwalder Mittnacht blickt Iris Mühle auf unerfreuliche Zahlen: Nicht einmal 500 Eintrittskarten sind verkauft worden. Die Organisatorin, die diesmal nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Hauptorganisators Rupert Reggel für die Mittnacht verantwortlich zeichnete, hat mit Besucherschwund zu kämpfen, zudem damit, dass sich immer weniger Lokale beteiligen. „Ich werde jetzt die nächsten Tage in mich gehen und überlegen, wie es weitergehen soll“, sagt sie gegenüber dem Tagblatt.

Mittenwalder Mittnacht 2019: Um die Hälfte geschrumpft

Die Anzahl der Gaststätten ist seit der ersten Mittnacht vor zehn Jahren um fast die Hälfte geschrumpft. Nur noch sieben Lokale waren dieses Mal bereit, eine Band bei sich spielen zu lassen. „Wir müssen eine neue Peripherie schaffen“, sagt Mühle. Sie will nun mit den Wirten das Gespräch suchen. Deren Gründe, weshalb sie nicht mehr mitmachen, seien ganz unterschiedlich. Einer davon: Hochsaison im Juli. Sie hätten ihr Wirtshaus sowieso mit Gästen voll, argumentieren manche Wirte. Andere haben Personalprobleme. Dann gibt es solche, die gar nicht mehr mitmachen können: Sie haben mittlerweile geschlossen. Andere wiederum sind zu klein für die einstige Prestige-Veranstaltung. Zu den vielen Lokalen, die über die Jahre als Veranstaltungsort weggefallen sind, gehören das Gasthaus Alpenrose im ehemaligen Kinosaal, die Südtiroler Stubn und der Fasl-Beck.

Mittenwalder Mittnacht 2019: Nur noch alle zwei Jahre?

Organisatorin Mühle spielt nun verschiedene Varianten durch. Vielleicht wird die Veranstaltung künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Oder eben gar nicht mehr. Aber das wäre die absolut letzte Option, betont Mühle. „Die Mittnacht liegt mir sehr am Herzen.“

Fretless aus Murnau und München im portugiesischen Restaurant Espetada.

Auch wenn sich nur wenige beteiligten: Die Bandauswahl am Samstag war hervorragend, ebenso die gesamte Party. Allerdings zerrte das Wetter an den Nerven. Als die Mittenwalder Rock-Urgesteine von Cavemen auf der Bühne am Obermarkt der Menge einheizten, zog plötzlich gegen 20 Uhr ein stürmisches Gewitter über den Ort. Schirme flogen, der Regen peitschte. Temperaturen sanken deutlich. Doch das stoppte die Fans nicht: Sie tanzten munter weiter zu dem melodischen, abwechslungsreichen und gitarrenbetonten Hard Rock. „Ein Mittenwalder hat mich gefragt, warum es pünktlich zur Mittnacht immer regnet bei uns.“ Mühle muss gleich lachen bei der Erzählung. Tatsächlich: „Bis auf das erste Jahr hat es immer geregnet.“

Der Fanclub von der Stoner-Rock-Gruppe Stoabüüz im K-Wendel-Imbiss.

Mittenwalder Mittnacht 2019: Gute Mischung

Das störte die Partygänger im K-Wendel-Imbiss an der Partenkirchner Straße wenig. Dort spielte die Mittenwalder Kombo Stoabüüz, auf Hochdeutsch: Steinpilz. Sie machten in der Imbissbude die Nacht zum Tag. Noch gegen Mitternacht waren die Plätze voll besetzt, ein ganzer Fanclub an kreischenden und singenden Frauen feuerten die Band an. Auch die Gruppe Fretless aus Murnau und München im portugiesischen Restaurant Espetada war ein Schmaus für die Ohren, genau wie Hannes Müller im Obermarkt, Luna 7 im Postkeller oder Chihuahua Blues Company im Wildfang. Ein Heimspiel hatten die drei Isartaler Punkrocker von Beeswax, die in der Diskothek Collage vor einer proppenvollen Tanzfläche auftraten.

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