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Führungsduo: Enrico Corongiu (l.) und Georg Seitz gehen Seite an Seite in die Zukunft. 

Zweimal im Dienst der Gemeinde

Zweiter Bürgermeister Seitz: Spagat zwischen Bauhof und Rathaus

  • vonChristof Schnürer
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Georg Seitz ist künftig in doppelter Funktion für die Marktgemeinde im Einsatz - als Zweiter Bürgermeister und Bauhof-Mitarbeiter. Probleme sieht man im Rathaus deshalb keine.

Mittenwald – Angeblich soll nächste Woche wieder einmal in Sachen Karwendelbahn ein Termin vor dem Oberlandesgericht in München anstehen. Hierzu geladen ist auch der Vertreter der Marktgemeinde im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft. Das ist seit Dienstag der neue Zweite Bürgermeister Georg Seitz (Freie Wähler). Dieser verdient bekanntlich sein Geld als Bauhofmitarbeiter bei der Kommune. Als solcher fällt er stunden-, um nicht zusagen tageweise aus, falls er Termine für den Markt Mittenwald wahrnehmen muss – im aktuellen Fall einen bei Justititia. Für Seitz ist dieser Spagat zwischen Bauhof und Rathaus kein Problem. Das sei alles im Vorfeld abgesprochen, verdeutlicht der neue Vize-Bürgermeister.

Bauhofchef Christoph Hagn hat es künftig also mit einem Angestellten zu tun, dem gegenüber er einerseits weisungsbefugt ist, der aber andererseits das zweithöchste politische Amt in Mittenwald bekleidet – also einmal „Untergebener“ und einmal Vorgesetzter. Eine Situation, die so noch nicht eingetreten ist. Daher soll im Vorfeld dieser Personalie viel telefoniert und korrespondiert worden sein. Dem Vernehmen auch mit Fachstellen wie dem Bayerischen Gemeindetag. Dort gibt man sich dem Tagblatt gegenüber zurückhaltend. „Da mischen wir uns nicht ein“, bekundet Direktor Wilfried Schober. „Das müssen die hinbekommen.“ Grundsätzlich sei diese Personalrochade rechtlich unbedenklich.

Darauf legt auch der neue Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) wert. „Es gibt ein Rechtssystem, wir reden Probleme nicht herbei.“ Sehr wohl bestätigt der Rathauschef, dass im Vorfeld mit allen Beteiligten ein intensiver Gedankenaustausch stattgefunden habe. „Von daher bin ich jetzt mal zuversichtlich.“

Bedeckt hält man sich bei der CSU, die bislang sowohl Ersten als auch Zweiten Bürgermeister gestellt hat. Während der Konstituierenden Sitzung verlor der bisherige Vize kein Wort darüber. Was Gerhard Schöner vom „Bauhof-Bürgermeister“ hält, darüber möchte er sich auch nach seiner knappen Abwahl (10:11) nicht äußern. „Ob es Sinn macht oder nicht, muss der Bürgermeister entscheiden, er muss mit ihm zusammenarbeiten.“ Schöner ergänzt: „Ich hoffe nur, dass es keine arbeitsrechtlichen Probleme gibt.“

Denn dann könnte diese Angelegenheit schneller denn je ein politische Dimension annehmen.

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