Außergewöhnlicher Einsatz: Ein Team überprüft vor seinem Einsatz im Alten- und Pflegeheim einen Notfallrucksack.
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Außergewöhnlicher Einsatz: Ein Team überprüft vor seinem Einsatz im Alten- und Pflegeheim einen Notfallrucksack.

100 Heimbewohner in Pflegeeinrichtungen geimpft

Mittenwalder Ärztin spritzt ersten Corona-Impfstoff

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Aufregend und anstrengend: Selbst für die erfahrene Mittenwalder Hausärztin Dr. Verena Wörndle war der vergangene Sonntag ein denkwürdiger – sie war bei einem der beiden mobilen Impfteams dabei, die den ersten Corona-Impfstoff in Garmisch-Partenkirchen injizierten. 

Garmisch-Partenkirchen – Jetzt muss es schnell gehen. Jeder Handgriff sitzt. Eine kleine Gruppe ist um Verena Wörndle versammelt. Wie ein Uhrwerk sind alle Schritte der Ärztin und der vier Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes getaktet. Was sie machen müssen, ist absolutes Neuland für alle. Alles dreht sich um eine kleine Ampulle, deren Inhalt momentan wertvoller ist als Gold, der an geheimen Standorten gelagert und unter Polizeischutz transportiert werden muss: Der Impfstoff, der Corona den Kampf ansagen soll.

Genau 100 Heimbewohner in drei Pflegeeinrichtungen sind am Sonntag von Wörndle und Ärztin Kristina Ott und ihren Teams geimpft worden. Spritzen gehören für Wörndle, geborene Lorber, eigentlich zur beruflichen Routine. Doch was sie am Sonntag in den Händen hält, fordert selbst die routinierte Ärztin. Der Corona-Impfstoff ist sehr instabil, braucht perfekte Temperaturen und eine penible Lagerung. Sonst wird er wirkungslos.

Corona-Impfstoff ist sehr empfindlich und aufwändig zu lagern

Im Team wird der wertvolle Impstoff zur Verabreichung vorbereitet. BRK-Mitarbeiter haben die Gruppen vorab instruiert, damit während der Impfung alles schneller geht. Nach der Verdünnung in Kochsalz und dem Aufziehen in die Spritze darf der Wirkstoff kaum mehr bewegt werden. Eine Mitarbeiterin führt die Nadel an den Arm einer Seniorin, drückt die Flüssigkeit in den Körper. Geschafft. Zwar braucht das Team nur wenige Minuten pro Impfung. „Die Abläufe werden mit mehr Routine noch optimiert werden“, sagt Wörndle. Doch ist es bereits auf einem guten Weg. Zwischen 12 und 15 Uhr haben zwei Teams die 100 Heimbewohner geimpft. Doch wird das Zeitmanagement noch verbessert: spätestens bei der Eröffnung der Impfstation am Alpspitzwellenbad in Garmisch-Partenkirchen.

Erfahrungen konnte die Mittenwalderin trotzdem viele sammeln. „Ich war richtig aufgeregt. So etwas macht man nicht alle Tage.“ Doch verbucht sie den Auftakt als großen Erfolg. „Die Menschen waren freundlich, sie wollten sich fast alle impfen lassen.“ Probleme habe es keine gegeben, Nebenwirkungen sind nicht aufgetreten. Nun hofft sie auf mehr Impfbereite: „Sie brauchen keine Angst zu haben“, versichert sie. Wörndle wartet nun auf ihren nächsten Einsatz an Wochenenden oder Feiertagen. Denn ihre Praxis an der Mittenwalder Albert-Schott-Straße betreibt sie weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten.

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