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Hau ruck: Mit diesen Stangen, den Schweibalan, wird an diesem Montag auf dem Dekan-Karl-Platz gearbeitet.

Fingerhakler übernehmen Aufgabe

Maibaumaufstellen mit Schweibalan und Manneskraft

Das ist Tradition pur: Alle vier Jahre wird in Mittenwald der Maibaum aufgestellt. Heuer ist es wieder soweit. Dafür müssen die Helfer ihre Muskeln spielen lassen. 

Mittenwald– Am Montag vor genau 40 Jahren wurde zum ersten Mal seit 1949 wieder ein Maibaum in Mittenwald aufgestellt. Seither übernehmen die Fingerhakler alle vier Jahre diese ehrenvolle Aufgabe. Zum zweiten Mal wird der weiß-blaue Baum mit seinen fast 30 Metern am Dekan-Karl-Platz jetzt mit purer Manneskraft gestemmt.

Um Schlag acht Uhr marschieren die Aufsteller am Montag, 1. Mai,  gemeinsam mit der Musikkapelle Mittenwald über den Untermarkt und die Karwendelstraße zum Dekan-Karl-Platz. Ab 8.30 Uhr wird dort feierlich zum Klang der Blasmusik der Stamm in die Höhe gehievt. Etwa 40 bis 50 Fingerhakler werden dazu gebraucht. Zuvor wird er mit einem Traktor aus der Edelweiß-Kaserne in die Schöttlkarstraße transportiert. Von dort aus übernehmen die Pferde die Arbeit. Josef Nebel (Stani) fährt mit seinem Gespann den Maibaum zum Aufstellungsort, die „Schweibalan“ (Anm. der Red.: Stangen zum Aufstellen) transportiert Josef Zunterer mit seinen Kaltblütern.

Umrahmt wird die Traditions-Veranstaltung mit Plattlereinlagen des Trachtenvereins sowie der Goaßlschnalzer. Nun hoffen die Organisatoren nur mehr auf gutes Wetter. Sollte dem nicht so sein, lädt ein Bierzelt zum Sitzen im Trockenen ein. Dort spielt nach dem Aufstellen ab 14 Uhr die Grünkopfmusi und ab 17 Uhr das bekannte und beliebte Kastanienbaam-Trio.

Die Vorbereitungen haben bereits ein Ende gefunden. „Der Baum ist gestrichen und die Tafeln frisch restauriert“, so Fingerhakler-Vorsitzender Peter Frank erfreut. Das ist natürlich nicht billig, der Verein trägt eigenständig die Kosten für das traditionelle Aufstellen. Lediglich der 129 Jahre alte Baum wurde Anfang März von Revierförster Wolfgang Pfadler (Bayerische Staatsforsten) gestiftet. Deshalb hoffen die Fingerhakler natürlich auf regen Besuch am Montag. Die Einnahmen kommen schließlich ihrer Jugendarbeit zu Gute.

Aufstellung zum Festzug:

Alle Aufsteller treffen sich am Montag, 1. Mai, um 7.30 Uhr bei Fliesen Lipp an der Schöttlkarstraße 28. Von dort aus wird samt Maibaum und Musikkapelle zum Dekan-Karl-Platz marschiert.

Josef Hornsteiner

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