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Mit besten Wünschen: Brigadegeneral Jared Sembritzki (r.) übergibt an Oberstleutnant Jakob Klötzner bei Regenwetter die Truppenfahne.

Vorgänger fällt der Abschied nicht leicht

Übergabe an Nummer 23: Mittenwalder Gebirgsjäger haben einen neuen Kommandeur

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Wechsel beim Gebirgsjäger-Bataillon 233: Oberstleutnant Jakob Klötzner tritt die Nachfolge von Björn-Ulrich Kohlbach an. Diesen verschlägt es nach drei Jahren in der Edelweißkaserne nach Hammelburg. 

Mittenwald – Rein zahlenmäßig betrachtet: Jakob Klötzner ist die Nummer 23. Angefangen bei Michael Pössinger (1956 bis 1961) führten vor ihm 22 Bundeswehr-Offiziere das Kommando bei den Mittenwalder Gebirgsjägern. Der letzte von ihnen ist Oberstleutnant Björn-Ulrich Kohlbach. Den 47-jährigen Mann aus Sachsen-Anhalt verschlägt es nach drei Jahren als Chef des Bataillons 233 nach Hammelburg. Dort steht er an der Spitze des Übungszentrums Infanterie.

Björn-Ulrich Kohlbach geht schweren Herzens.

„Ich gebe zu, dass es mir nicht leicht fällt, die Führung abzugeben“, sagte Kohlbach während des Übergabe-Appells bei Regenwetter in der Luttensee-Kaserne. Den aufmarschierten Soldaten rief er entgegen: „Die Masse von Ihnen verkörpert, was ich von einem Gebirgsjäger-Bataillon erwarte: Leistungsfähigkeit, Leistungswille, gesundes Selbstvertrauen, Selbstverbesserung, Leidensfähigkeit und Kameradschaft.“

In seiner Abschiedsrede erinnerte der krisen-gestählte Oberstleutnant auch an die schwierigste Mission in seiner dreijährigen Kommandeurszeit: an die in Mali. „Gemeinsam haben wir gedient und gekämpft, auf Übungen und im Einsatz, um die jeweils bestmögliche Auftragserfüllung und auch gegen widrige Rahmenbedingungen.“

Seit dieser Zeit gab es viele schöne, aber auch traurige Momente. „Gemeinsam haben wir um zwei Kameraden des Deutschen Einsatzkontingents sowie um eine Kameradin, die kurz nach der Rückkehr aus dem Einsatz verunglückte, getrauert.“ Alles Erinnerungen, die Kohlbach, der im April 2016 den Chefposten in der Edelweißkaserne von Marc-André Walther übernommen hatte, noch einmal durch den Kopf schossen.

Nun also liegt es an Nummer 23, Jakob Klötzner, die erfolgreiche Arbeit des einsatz-erprobten Bataillons 233 fortzuschreiben. Als äußeres Zeichen, dass er jetzt das Sagen in Mittenwald hat, überreichte ihm Brigadegeneral Jared Sembritzki, der Kommandeur der übergeordneten Gebirgsjäger-Brigade 23, die Truppenfahne.

Der Neue bei 233 stieß 1997 zur Bundeswehr. Ein Jahr später schlug er die Offizierslaufbahn ein. Seit 2000 absolvierte er – angefangen vom Zugführer bis zum stellvertretenden Bataillonskommandeur im Jahr 2015 – mit Unterbrechungen so ziemlich alle Führungsaufgaben, die ein Stabsoffizier in einem Verband durchlaufen sollte. „Er greift also auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurück, mit dem er die Gebirgsjäger in Mittenwald auch in Zukunft durch sämtliche Herausforderungen führen wird“, meint Hauptmann Dennis Arians, Presseoffizier des Bataillons, im Brustton der Überzeugung.

Wie schon erstmalig bei seinem Vorgänger Kohlbach ist Klötzners Dienstzeit unterm Karwendel auf maximal drei Jahre begrenzt. Spätestens im Frühjahr 2022 übergibt er an Nummer 24.

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