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Beweisbild: Plastik, Pflanzenreste, Holzspäne und vieles mehr landen im Lainbach. Die Folgen können im schlimmsten Fall Überflutungen verursachen.

Gemeinde bringt Zuwiderhandlungen zur Anzeige

Lainbach als Mülleimer missbraucht

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Es ist kein Einzelfall: Immer öfter landet Abfall im Lainbach. Müll darin zu entsorgen, ist nicht nur verboten, es behindert auch die Arbeiten beim Großprojekt für den Hochwasserschutz.

Mittenwald – Wäre es einmal passiert, Jochen Neuner hätte es als als Versehen oder Ausrutscher eingestuft. Bei einem Einzelfall ist es aber nicht geblieben. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen Essensreste, Hundekotsäcke, Grasschnitt und vieles mehr im Lainbach entsorgen, ihn als „großem Abfalleimer“ missbrauchen. Offensichtlich ohne an die Konsequenzen zu denken.

„Das ist lästig und akut“, sagt der Mitarbeiter des Bauamts im Markt Mittenwald. Und vor allem verboten. Gemäß dem Bayerischen Wasserhaushaltsgesetzes dürfen feste Stoffe nicht in ein oberirdisches Gewässer eingebracht werden. Soviel zur Rechtslage. Im Falle des Lainbachs resultieren aus der Verschmutzung große Probleme. Schließlich laufen dort die Arbeiten zum Hochwasserschutz.

Durch den Müll verstopfen die Pumpen oder diese laufen durch die blockierten Siebe trocken. Mehrmals musste der Bauleiter schon mitten in der Nacht aufbrechen, gut eine Stunde nach Mittenwald fahren und die Pumpen reinigen, erzählt Neuner. Ein Ärgernis nicht nur für den Baustellen-Chef, sondern wegen der Lautstärke auch für die Anwohner. „Das ist nicht mehr tragbar“, betont Neuner.

Denn das unbedachte Handeln der Missetäter kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Zum einen verzögern sich die Arbeiten. Zum anderen leiden die Pumpen. „Sie können kaputt gehen“, macht Neuner deutlich. Ein weiteres abschreckendes Szenario hält er nicht für ausgeschlossen. Bei Starkniederschlägen könne ihm zufolge unter Umständen das Wasser nicht mehr abgeführt werden. Die Folge: Überflutungen.

Neuner und Co. versuchen, die Herkunft des Mülls zu orten und den Müllsünder ausfindig zu machen. Ein schwieriges Unterfangen, weil die Strecke zu lang ist, um sie zu kontrollieren. „Wir wissen nicht, wer es war“, sagt der Bauamtsmitarbeiter. „Sonst hätten wir denjenigen oder diejenigen konkret angeschrieben.“ Die Gemeinde bringt jedenfalls Zuwiderhandlungen umgehend zur Anzeige.

Neuner will verhindern, dass es noch öfter zu Zwischenfällen kommt. Deshalb geht er den Weg über die Öffentlichkeit. Um den Mittenwaldern die Probleme, die durch den Müll entstehen, ins Bewusstsein zu rufen. „Und die Mähsaison fängt ja gerade erst an.“

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