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Ihr ganzer Stolz: Hubert und Gabriele Hornsteiner mit dem Bildband zum Bozner Markt 2017. 

Ein Schaufenster zum Mittelalter-Spektakel

Mittenwalder veröffentlicht Bildband zum Bozner Markt

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128 Seiten pure Erinnerung: Hubert Hornsteiner hat sein erstes, ein für Mittenwald besonderes Buch kreiert. Es zeigt den Bozner Markt 2017 in Bildern.

Mittenwald – Er saß in Position, beobachtete, wartete. Hubert Hornsteiner stellte sich einer Geduldsprobe. Nichts brachte ihn aus der Ruhe. Der Mittenwalder befand sich auf der Jagd – nach dem richtigen Augenblick, nach dem ausdrucksstärksten Motiv. Der 59-Jährige sagt: „Diesen Moment kriegt man nicht zweimal.“ Sein Durchhaltevermögen hat sich gelohnt.

Hornsteiner blättert in einem Buch. Es ist sein erstes eigenes Werk: ein Bildband über den Bozner Markt 2017. Zu jedem Foto kann er die Entstehungsgeschichte erzählen. Wie er zum Beispiel dreimal zum Eröffnungsstück ausrückte – zur Probe, Generalprobe und Premiere. Jede Möglichkeit hat Hornsteiner ergriffen, um den besten Gesichtsausdruck der Darsteller mit der Kamera einzufangen, um den Inhalt des Stücks zu vermitteln. Die Bilder sind seine Art, der Sprache eine Stimme zu geben.

Hornsteiner nahm sich die Zeit. Bis auf zwei Tage und die Schlecht-Wetter-Periode war er mit seiner Frau Gabriele bei dem Mittelalter-Spektakel im August unterwegs. Ausgerüstet mit der Kamera und dem Konzept. „Wir haben immer gewusst, wann und wo wir welches Foto machen“, sagt Hornsteiner. Neben dem Motiv an sich berücksichtigte das Team Lichtverhältnisse. Der Einheimische weiß, wie sich diese zu bestimmten Uhrzeiten im Obermarkt darstellen. Eine wichtige Grundvoraussetzung: Denn Hornsteiner blitzt nicht. „Das schaut natürlicher aus“, sagt er. Seine Frau assistierte ihm, kümmerte sich um die Belichtung, positionierte die Fotomodelle und achtete darauf, dass die Kleidung nicht mit Wein bekleckert wurde. „Wenn was stört, muss es weg“, betont die 60-Jährige. Kisten oder Plastiktüten zum Beispiel. Ja, manchmal auch Besucher, die nicht aufs Bild gehören sollten.

Insgesamt 4500 Fotos hat Hornsteiner während des Bozner Markts gemacht. Rund 1200 kamen in die engere Auswahl für das 128-seitige Buch. Jedes einzelne nahm der Perfektionist unter die Lupe, wählte die Exemplare akribisch aus. „Sehr, sehr viel Zeit ging drauf“, sagt seine Frau. Ihr Mann beschäftigte sich teilweise mehr als eine Stunde mit einem Foto. Aber er tat es freiwillig – aus Leidenschaft.

Alle Bilder tragen die spezielle Hornsteiner-Handschrift. Er vermittelt Stimmung, zeigt die Mitwirkenden der Großveranstaltung und diese an sich authentisch. Als ob man durch ein Schaufenster auf den Bozner Markt blickt und das Geschehen verfolgt. Ohne gestelltes Grinsen in die Kamera, aber mit viel Liebe zum Detail. Die beiden haben das Auge für Kleinigkeiten, die aber bedeutend sind. Sei es ein loderndes Feuer im Hintergrund oder ein glühendes Eisen.

Am Anfang ließ Hornsteiner das Ganze auf sich zukommen. Er wollte die Idee von einem Buch locker angehen lassen, abwarten, ob es ihm gelingt, verschiedene Facetten abzudecken. Er hat’s geschafft. In einzelne Kapitel wie „Feuershow“, „Pestfeuer“ (mit Text von Matthias Wurmer) oder „Wein, Weib und Gesang“ ist der Band untergliedert. Dem Handwerk, den Theaterstücken und Musikgruppen, darunter das Lagerleben von „Banduroszka“, sowie Gruppenfotos der Mitwirkenden und einleitende Worte zur Historie von Georg Sailer räumte er ebenfalls Platz ein.

Während der Bozner Markt für viele nach den zwei Wochen im August beendet war, dauerte er bei den Hornsteiners bis Dezember an. Am Montag lagen die ersten fertigen Exemplare auf dem Küchentisch der Hornsteiners. „Ich war schon nervös“, verrät der Herausgeber. Jetzt überwiegt der Stolz auf ein Stück Mittenwalder Erinnerung.

Der Bildband

ist ab sofort in der Mittenwalder Buchhandlung Nemayer (Bahnhofstraße 24) oder bei Hubert Hornsteiner (Festnetz: 0 88 23/50 80; mobil: 01 51/ 24 13 08 58) erhältlich.

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