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Die Stimmungskanone und seine Trophäen: Toni Sponsel mit dem Bayerischen und dem Internationale Gaudimax. Dazwischen die 2018 gewonnene Medaille „Oberbayerischer Witzemeister“. 

Abstimmung im Internet

Mittenwalder Witze-Meister auf dem Weg zum nächsten Titel: Dafür braucht er aber Unterstützung

Er bringt Menschen zum Lachen. Mit seinem Talent, Witze zu erzählen, hat Toni Sponsel schon viele Preise gewonnen. Der nächste Wettbewerb steht bevor – dafür braucht der Mittenwalder aber viele Unterstützer bei einer Abstimmung.

Mittenwald– Sein Gedächtnis ist sein Kapital. Sein Gehirn wie eine Festplatte, die scheinbar über eine unbegrenzte Speicherkapazität verfügt. Hört Toni Sponsel, 69, einen Witz, ist er schon so gut wie archiviert in seinem Kopf. Seine Arbeit – bis 1977 als Wirt des Flößerstüberls, dann fünf Jahre als Busfahrer im Ausflugsverkehr – war die perfekte Fundgrube für neues Material. „In diesen Zeiten“, erzählt der Mittenwalder, „habe ich von den Urlaubern, Gästen und Mitreisenden viele gute Witze gehört, die ich mir alle gut merken konnte.“ Auf eine kleine Gedächtnisstütze greift er trotzdem gerne zurück.

Die Stimmungskanone, die auch durch das Musikerduo „Mir Zwoa“ bekannt ist, verrät sein Rezept: „Ich habe mir ein Stichwortverzeichnis mit über 200 Witzen angelegt.“ Viele davon hat er sich von den „Drei Moosachern“ gemerkt. Von dem Trio gab es früher viele CDs und Kassetten. Der gebürtige Partenkirchner, der 1972 nach Mittenwald zog, hat sie alle aufbewahrt.

Seine Sammlung hilft Sponsel bei seiner Witze-Karriere. Und die ist längst noch nicht am Ende. Harry Meier, 35, aus Kastl besuchte den gelernten Automechaniker kürzlich zuhause. Der Organisator der geplanten Bayerischen Witzemeisterschaft 2019 drehte mit dem Spaßvogel einen Bewerbungsfilm für den Wettbewerb. Der Spot wurde ins Internet und auf Facebook gestellt. Auf der Internetseite www.witzemeisterschaft.de unter „Du hast meine Stimme“ ist es möglich, sich zu registrieren und Sponsel seine Stimme zu geben. Mit ihm kämpfen noch vier Konkurrenten aus Niederbayern, Franken, der Oberpfalz und Schwaben um den Sieg. Unklar ist allerdings, wann, wohin und ob die fünf Kandidaten nach der Internetwahl überhaupt zur offiziellen Meisterschafts-Feier eingeladen werden.

Meier und Sponsel kennen sich schon von einem anderen Wettkampf. Von der Oberbayerischen im November 2018 in Ebersberg, die Ersterer ebenfalls organisiert hatte. Unangefochten setzte sich die pensionierte Verwaltungskraft aus dem Rathaus gegen elf Mitstreiter durch. „Wir mussten Witze aus den sieben Kategorien „Familie“, „Tiergeräusche“, „Andere Länder – Andere Sitten“, „Bei uns Dahoam“, „Kurz und knackig“, „Berufe“ und einen Lieblingswitz erzählen können. „Ich habe mir aus jeder Klasse fünf gemerkt, weil ich nicht wusste, ob meine Konkurrenten nicht den gleichen Witz erzählen“, sagt der Isartaler. Schon in der zweiten Runde lag Sponsel in Punkten so weit vorne, dass er eine Runde aussetzen durfte. „Da habe ich gemerkt, dass ich Champion werden kann.“ Drei Lachnummern musste er noch erzählen, dann war die Sache geritzt – Platz eins.

Sein akribisch angelegtes Verzeichnis hat Sponsel bereits 1992 geholfen. Damals lud ihn Gerd Rubenbauer zur Sendung „Gaudimax“ ins Bayerische Fernsehen nach München ein. Er gewann die Trophäe, landete als Bayerischer Meister bei der anschließenden Internationalen Meisterschaft im gleichen Studio auf dem dritten Rang und fuhr mit dem Bronze-Gaudimax heim.

Heute geht Sponsel gerne zum Dämmerschoppen in den Gasthof Stern, erzählt dort auch Witze – und hört wieder neue, „die ich mir immer sofort merke“. Er erweitert sein Repertoire, mit dem er seine Zuhörer zum Lachen bringt. Um den nächsten Erfolg zu feiern, dabei kann ihm seine Sammlung nicht helfen. Er braucht Unterstützung. Deshalb würde sich Sponsel freuen, wenn bei der Abstimmung, die bis Mitte März läuft, viele für ihn votieren.

Wolfgang Kunz

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