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Es geht bergab: Peter Storp unternimmt mit Judith Fidler von der Alpenwelt Karwendel eine Probefahrt. 

Mountaincarts auf dem Kranzberg 

Gästeglück auf drei Rädern

Der Mittenwalder Kranzberg ist um eine Attraktion reicher: Ab sofort können Erholungssuchende, die es mal rasant wollen, mit den sogenannten Mountaincarts ins Tal brausen.

Mittenwald – Die Blicke sind teils erstaunt, teils belustigt, die vom Sessellift hinab auf die Rodelbahn geworfen werden. Hier, wo im Winter Kinder mit ihren Schlitten hinab ins Tal düsen, saust momentan ein ganz anderes Gefährt über Wurzeln und Wiesen: das Mountaincart. Mit rund 25 Stundenkilometer kurvt gerade ein Liftarbeiter mit einem giftgrünen Helm auf dem Kopf auf einem lang gezogenen Streckenstück. Sein Vehikel hat dabei weder Gas noch Pedale. Lediglich die Schwerkraft zieht das große Dreirad in Richtung Ziel an der Mittenwalder Kranzberg-Talstation. Unten angekommen leuchten Peter Storps Augen. „Das macht richtig Spaß.“

Das glauben ihm auch eine ganze Menge anderer Neugieriger. Schon seit dem ersten Tag, an dem die 20 Dreiräder zum Einsatz kamen, fragten viele nach freien Terminen und meldeten sich gleich gruppenweise an – ob für Geburtstagsfeiern, Firmenausflüge oder sonstige Treffen. „Wir haben jetzt bis zur Herbstrevision genug Zeit, um noch wichtige Erfahrungen zu sammeln“, verdeutlicht Probepilot Storp von den Gemeindewerken. Beispielsweise wie viel Bedarf an den Mountaincarts besteht. Denn die vorrätigen 20 Stück werden auf Dauer nicht reichen.

„Auch wollen wir schauen, ob vielleicht kleine Kinder zusammen mit einem Erwachsenen darauf Platz nehmen können und so weiter.“ Die Nutzungsbedingungen lesen sich deshalb lang, sind aber mehr als nötig. „Wir müssen uns 100-prozentig absichern“, sagt der Sessellift-Chef. So herrscht die gesamte Strecke über Helmpflicht, das Körpergewicht darf 100 Kilogramm nicht überschreiten, und alkoholisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet. Gefahren werden darf momentan ab zwölf Jahren – allerdings nur in Begleitung, und es muss eine Unterschrift der Erziehungsberechtigten vorliegen. Ab 14 Jahren braucht’s nur mehr das Einverständnis eines Elternteils plus Begleitung eines Volljährigen. Ab 16 Jahren benötigen Jugendliche lediglich eine Unterschrift.

„Wichtig ist, vor der ersten Fahrt bei geringer Geschwindigkeit Bremsübungen zu machen“, empfiehlt Storp. Die Hände sollten dann vom Lenkrad nicht mehr weggenommen werden. „Ungleiches Bremsen kann für ein Ausbrechen des Carts sorgen.“ Hat man diese Regelungen begriffen, bietet sich ein beispiellos lustiges Abenteuer. Da die Reifen nur wenig Luft haben, ist die Federung unheimlich angenehm. Mitten auf der Rodelstrecke geht’s dann durch den Wald und über Wiesen. Nicht oft genug kann Storp den Anliegern dafür danken. „Die Gespräche mit ihnen liefen mehr als positiv.“ Gefahren wird aber dennoch ausschließlich auf der ausgewiesenen Rodelbahn. „Wir mussten keine zusätzlichen Strecken ausweisen.“

Lediglich die Genehmigungen seitens der Landratsamtes ließen etwas auf sich warten. „Deshalb konnten wir erst jetzt im Herbst starten.“ Die Lift-Betreiber hätten eigentlich gerne die Sommersaison mitgenommen. „Aber wir sind froh, dass überhaupt alles so gut geklappt hat.“

Transportiert werden die Mountaincarts mit einem leeren Sessel, an dem ein Haken befestigt wurde. Eine Fahrt kostet fünf Euro Leihgebühr plus der Preis für den Lift. Bezahlt wird an der Bergstation. Von dort geht die Reise hinab ins Tal, rund 12 bis 15 Minuten ist der Pilot unterwegs. Damit es zu keiner Kollision mit Wanderern oder Radfahrern kommt, ist die Strecke sichtbar abgesperrt. Nach der Herbstrevision soll es laut Storp nahtlos weitergehen mit der Mountaincart-Gaudi. „So lange es das Wetter halt zu lässt.“

Josef Hornsteiner

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