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Einfach unappetitlich: Georg Fichtl präsentiert den Hundekot-Teppich am Kolpinglager.

Ärger bei der Kolpingsfamilie Mittenwald 

Müllfrevel: Das stinkt zum Himmel

Frust und Fassungslosigkeit bei der Mittenwalder Kolpingsfamilie: Müllfrevler entsorgen an deren Altpapier- und Altkleider-Containern verbotenerweise ihren Unrat – von Küchenabfällen über Teppiche bis hin zu Windeln. Das ist nicht nur ärgerlich für den Verein, sondern auch teuer.

MittenwaldAls Georg Fichtl an diesem Mittwoch auf die Container am Mittenwalder Bürgerhaus zusteuert, steigt ihm schon von Weitem penetranter Gestank in die Nase. Der Mann, der eigentlich für die Kolpingsfamilie Kleider und Zeitungen sortieren und lagern will, weiß sehr schnell den Grund des üblen Geruchs: Neben einem der Behälter liegt ein mit Hundekot verschmierter blauer Teppich und daneben noch ein Haufen gebrauchter Windeln.

Das stinkt wirklich zum Himmel, findet Fichtl. Was ihn besonders wurmt: „In letzter Zeit wird vermehrt auch Unrat und vor allem Hausmüll bei uns im und am Depot abgelagert.“ Das reicht von Taschen über Geschirr und Besteck bis zu sonstigen unappetitlichen Hinterlassenschaften. „Das wird hier einfach teils offen in Kartons abgestellt oder heimlich, in Kleidersäcken versteckt, in die Container gestopft.“ Diesmal muss Fichtl sogar Küchenabfälle aussortieren.

Ärgerlich für ihn und seine acht Helfer am Container ist auch der Vorfall vom 9. September, als am Depot am Bürgerhaus offenbar Jugendliche etliche Papierbündel angezündet haben. „Auf jeden Fall werden wir bei Feststellung eines Täters Anzeige erstatten.“

Und die kann für einen dingfest gemachten Müllfrevler teuer werden, wie Franziska Klein, Sprecherin des zuständigen Landratsamts, mitteilt. „Je nach Art und Menge können bei so einer Ordnungswidrigkeit Bußgelder zwischen 100 und 100 000 Euro als Höchststrafe anfallen.“

Kein Verständnis für diese illegalen Müllablader hat Kolpingchef Hannes Neuner. „Je mehr Kosten für die Entsorgung anfallen, umso weniger können wir spenden.“

Seit 1975 sammelt die Kolpingsfamilie Mittenwald Altkleider, Altpapier und Schuhe. Die daraus resultierenden Gelder werden ausschließlich für karitative Zwecke verwendet. „Derzeit wollen wir mit dem Erlös der jüngsten Aktionen den erneut reparaturbedürftigen Spielplatz im Ried sanieren“, teilt Neuner mit. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der rührige Verein weit über 20 000 Euro verteilt. Neben vielen kleineren Spenden wie zum Beispiel an den Pfarrkindergarten, die Feuerwehr, Kirche und das Seniorenheim Phönix gab es 2010 für die Ministranten 6000 Euro Zuschuss für neue Kleider. 2011 steckte man 4200 Euro in den Umbau des der katholischen Kirche gehörenden Kolpingheims. Im gleichen Jahr wurden der Gemeinde weitere 10 000 Euro für die Restaurierung des 1991 schon von Kolping finanzierten Spielplatzes im Ried zur Verfügung gestellt.

Doch dieser Geldsegen schrumpft, solange den Müllfrevlern nicht das Handwerk gelegt wird.

Wolfgang Kunz

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