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Daumen hoch: Enrico Corongiu hat nicht aufgesteckt.

Analytische Aufarbeitung soll folgen

Nach der Niederlage beim Ratsbegehren: SPD will weiter um ein Hallenbad kämpfen

Mit dem Ratsbegehren gegen den Hallenbad-Neubau ist das Thema wohl noch nicht gegessen. Die Roten verfolgen weiter ihr Ziel. 

Mittenwald – Beim SPD-Ortsverein dreht sich einen Tag nach dem aus seiner Sicht falsch gelaufenen Bürgerentscheid alles um das Hallenbad-Ratsbegehren. Ein bisserl nachtarocken muss schon sein, finden die Roten und beriefen eine Versammlung im Gasthof Alpenrose ein.

„Wir haben gemäß unserem Wahlversprechen für Bad und Sauna plädiert“, bekräftigte Ortsvorsitzender Enrico Corongiu. „Die Bevölkerung hat mit 57 Prozent dagegen gestimmt.“ Diese Aussage rief Hubert Seidel auf den Plan. „Die genannte Prozentzahl ist falsch. Es haben nur 57 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen mit Nein gestimmt“, betonte der ehemalige Soldat. „Zur Bevölkerung gehören auch Kinder. Wenn die gefragt worden wären, dann käme ein anderes Ergebnis heraus.“

Vizevorsitzender Bastian Eiter ergänzte, „dass die Bevölkerung gegen ein Planschbecken an diesem Ort und nicht gegen ein Hallenbad an sich gestimmt hat“. Mitglied Alfred Kielgas fragte, warum die SPD-Räte diesen Vorschlag überhaupt akzeptiert und nicht für ein vernünftiges Bad gestimmt haben. „Bei den jetzigen Zinsen wäre es idiotisch, nicht zu bauen.“ In diesem Zusammenhang legte Eiter dar, dass es von der Landesregierung unter der Prämisse Schulsport Zuschüsse gebe. Hierbei verwies Ex-Vorsitzender Detlef Hardt auf ein von Eiter und ihm vor über einem Jahr bei der Marktgemeinde eingereichten Vorschlag zu einem „richtigen Bad“ samt Finanzierungsvorschlag über die Bayerische Landesbodenkreditanstalt (Labo). Bis heute wartet Rauch auf eine Antwort. Hans Dreßl schlug vor, einen erneuten Versuch zu starten.

Corongiu versicherte, dass bei der SPD eine analytische Aufarbeitung unter dem Motto viele Köpfe, viele Ideen und viele Meinungen folgen werde. Von der Versammlung ließ er sich per einstimmigem Votum bestätigen, gemäß dem Wahlversprechen weiter für ein Hallenbad zu kämpfen. „In den nächsten 45 Jahren wären die Isarauen dafür ein geeigneter Platz, denn auch das Eisstadion ist bald ein Fall für die hiesige Freizeitkultur“, glaubt Corongiu. „Auch unsere Bevölkerung hat Ansprüche auf ein Bad und nicht nur der Urlauber.“

Wolfgang Kunz

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