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Weg damit: Die Firma Sauerbau reißt am Kaffeefeld das ehemalige Hotel Latscheneck ab. 

Baggern fürs Berghotel

Nächster Abriss in Mittenwald: Das „Latscheneck“ ist fällig

Und schon steht der nächste Abriss ins Haus: Während am Karwendelbad die Demontage-Arbeiten laufen, sind nun auch am ehemaligen Hotel Latscheneck die Bagger angerollt. Der Beginn des Abbruchs war mehr als spektakulär.

Mittenwald – Langsam tastet sich der Bagger an das alte Gemäuer heran. Die Schaufel dreht bedächtig und klammert sich an der weißen Hauswand fest. Gespannt verfolgen Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), Marktbaumeister Ralf Bues sowie Sauerbau-Mitarbeiter Heiko Striemke das Geschehen oberhalb Mittenwalds. Mit dabei ist auch der wichtigste Mann: Ulrich Franzky, der Investor und künftige Betreiber des geplanten „Silva Mountain – Das Berghotel“ am Kaffeefeld. Gebannt sieht er dem Bagger zu, wie er Schaufel um Schaufel das ehemalige Latscheneck dem Erdboden gleichmacht.

Auch die ersten Schaulustigen zog es zu der Immobilie in Schmankerllage. Trotz des vielen Schnees gehen die Abriss-Arbeiten nach Plan voran. Das Dach bereitet den Abbruch-Spezialisten am meisten Freude. „Der Schnee kann hervorragend abgeschüttelt werden“, betont Heiko Striemke. Für die Firma Sauerbau ist es die zweite Großbaustelle in der Marktgemeinde. Sie reißt gleichzeitig das frühere Karwendelbad im Herzen Mittenwalds ab. „Auch hier am Latscheneck bestimmt das Wetter, wann wir fertig werden.“ Zwar sei das ehemalige Hotel leichter zu demontieren als das Hallenbad, der Abtransport des Bauschutts gestalte sich allerdings viel schwieriger. 6300 Kubikmeter Material müssen schließlich über eine kleine Straße ins Tal befördert werden. „Das passiert aber erst nächstes Jahr“, bestätigt der erfahrene Investor aus München, der teilweise schon in Mittenwald lebt.

In Sachen Schadstoffe macht es das Latscheneck dem Karwendelbad gleich: Das Material „ist nur wenig belastet“, sagt Franzky mit Blick auf den meterhohen Bauschutt. „Lediglich Mineralwolle und Gussasphalt wurden gefunden.“ Zwei Mitarbeiter der Abriss-Firma fieseln nach jeder abgerissenen Wand und Decke die Reste auseinander. „Vor allem Plastik muss aussortiert werden.“ Entsorgt wird der meiste Schutt in München und Umgebung. Aber zuerst geht es für die Mitarbeiter in die Weihnachtsferien und „je nach Witterung“ kann nach Heilig-Drei-König der Abriss weitergehen und das ehemalige Hotel Latscheneck dem neuen Berghotel weichen.

In die Weihnachtszeit durften Franzky und sein Team bereits freudig starten. An ihrem Stand am Mittenwalder Christkindlmarkt haben sie die Isartaler auf das neue Silva-Mountain-Schmuckstück am Kaffeefeld eingestimmt. „Die Reaktionen waren durchweg positiv“, sagt der künftige Mittenwalder erfreut. In einem Jahr soll das neue Hotel eröffnen – soweit alles rund läuft.

Josef Hornsteiner

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