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Teil des künftigen Holzermuseums in der Scharnitz Länd.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg 

Naturpark Karwendel: Werbeoffensive zum 90-jährigen Bestehen

So nah und doch so... unbekannt. So ergeht es dem Naturpark Karwendel. Um das älteste nationale Schutzgebiet mit seinen 750 Quadratkilometern auch im Bayerischen Grenzraum beliebter zu machen, setzen die Verantwortlichen auf Aufklärung, Projekte und Aktivitäten.

Mittenwald – Scharnitz und Mittenwald verbindet schon seit jeher genau so viel, wie es voneinander trennt. Sei es sprachlich oder kulturell – oft liegen scheinbar Welten zwischen den Bayern und Tirolern. So verwundert es nicht, dass Experten bis heute darüber streiten, inwiefern früher in der Holzarbeit zusammengearbeitet wurde oder ob es überhaupt Verbindungen damals gab, wie auch Naturpark-Karwendel-Geschäftsführer Hermann Sonntag bei der Jahresversammlung in Hall in Tirol hervorhob.

„Es ist immer erstaunlich, wie die Kenntnisse und Meinungen von Historikern und Wissenschaftlern bei solchen Fragen auseinander gehen“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Sicher weiß er aber, dass die Kooperation heutzutage „tadellos funktioniert“: Der Naturpark Karwendel ist gemeinsam mit der Gemeinde Scharnitz federführend unter anderem beim Interreg-Projekt „Wege des Holzes – Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt“ in der Scharnitzer Länd. Von bayerischer Seite her wird mit dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Markus-Wasmeier-Freilichtmuseum am Schliersee zusammengearbeitet.

Nachdem vergangenen Herbst zwar kein Spatenstich, dafür aber eine „Balkenfeier“ vollzogen wurde, freut man sich nun auf die feierliche Eröffnung der Holzhütte und des Spielplatzes an der Länd am 28. Juli. „Rund 700 Quadratmeter groß wird der Platz werden“, verspricht Sonntag. Das Thema Holz wird allgegenwärtig sein. Den Kindern soll viel über die Entwicklung sowie die Historie der Nutzung und des Transports spielerisch beigebracht werden. „Auch die Geschichte der damaligen Holzer und Pflanzweiber wird erzählt“, teilte Sonntag mit. Hierfür soll die Anlage mit einem modernen Infogebäude ergänzt werden. Bis zur Fertigstellung der Hütte, des Spielplatzes und der Info-Zentrale war es allerdings „ein langer Weg“.

Durch Zufall erfuhr im Mai 2015 der Tischlermeister Alois Seelos aus Scharnitz vom Abriss einer alten Holzhütte im Gleirschtal. „Ich habe sie auf eigenes Risiko erworben, obwohl ich damals noch überhaupt nicht wusste, was ich mit der anfangen sollte“, erzählt er heute. In seinem Garten lagerte er die durchnummerierten Balken. Noch vor dem Wintereinbruch stand das Haus samt Dach. Bis zum 28. Juli soll sie fertiggestellt sein und Jung und Alt aus dem ehemaligen Holzer-Leben erzählen.

Eine erste Fachtagung wurde bereits abgehalten – mit zahlreichen Museen, darunter auch das Geigenbaumuseum Mittenwald, sowie Flößervereinen aus dem Grenzgebiet. „Wir schätzen, dass nur kleine Mengen an Holz mit dem Floß aus über die Grenze nach Bayern transportiert wurden“, meint Sonntag. Scharnitz hatte zu jener Zeit vier Sägewerke und ein Kohlewerk. „Da wird das meiste Holz aus dem Gleirschtal gelandet sein.“ Die Verantwortlichen hoffen nun auf viele Besucher heuer.

Um ihre Arbeit rund um den Naturpark Karwendel bekannter zu machen, soll das Festjahr genutzt werden. Am 17. Februar wird das älteste Naturschutzgebiet Tirols auf den Tag genau 90 Jahre alt. Groß gefeiert wird an dem Samstag allerdings nicht. „In Tirol steht dann kurz danach die Landtagswahl 2018 an“, erklärt Sonntag. Das Interesse wäre davor wohl nicht allzu groß. Deshalb soll der runde Geburtstag „quer durch das ganze Jahr hinweg in unseren Veranstaltungen und Projekten integriert werden“.

Auch in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit: Schließlich sind drei Interreg-Projekte zwischen Bayern und Tirol am Laufen. Wenn es nach Sonntag und Naturpark-Obmann Josef Hausberger geht, sollen es künftig noch wesentlich mehr werden.

Josef Hornsteiner

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