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Geheimnissen auf der Spur: Josh Gates geht dort hin, wo es brenzlig wird.

Amerikanisches TV-Team will Geheimnis lüften

Nazigold – die Jagd in Mittenwald geht weiter

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Das sagenumwobene Nazigold lockt wieder Spurensucher nach Mittenwald. Nach drei Niederländern reist nun der amerikanische TV-Moderator Josh Gates mit Kamerateam an.

Mittenwald – Er sucht nach dem versunkenen Schatz des spanischen Königs Philipp. Er wagt sich in die mysteriösen Nebelwälder des ecuadorianischen Hochlands, um die mächtige Mumie des letzten Inka-Herrschers Atahualpa zu finden. Er fahndet nach den sterblichen Überresten von Christoph Columbus.

Kurz und gut: Josh Gates (41) liebt das Abenteuer und die Mysterien. Im Travel Channel/Discovery darf sich der amerikanische Draufgänger in der erfolgreichen Sendereihe „Expedition Unknown“ (Expedition ins Unbekannte) dabei so richtig austoben. Wahrscheinlich in der ersten Dezember-Woche verschlägt es den charismatischen US-Boy nach Mittenwald. Dann das sagenumwobene Nazigold, das dort versteckt sein sein, hat sich bis zu ihm nach Los Angeles herumgesprochen.

Die Vorbereitungen für den Dreh laufen bereits auf Hochtouren. Aufnahmeleiter Lars von Lennep tourte am Mittwoch im Auftrag der Amerikaner in Mittenwald herum. Nachmittags sprach er mit seinem Anliegen im Rathaus bei Bürgermeister Adolf Hornsteiner vor. Der meint nach dem Gespräch. „Wir legen ihnen keine Steine in den Weg, mit dem Thema sind wir stets offen umgegangen.“ Sofern es sich um eine seriöse Anfrage handelt.

Skepsis ist laut dem „Field Producer“ bei „Expedition Unknown“ nicht angebracht. „Das ist ein recht erfolgreiches Format in den USA“, versichert von Lennep – aktuell wird die sechste Staffel produziert. Die zentrale Figur verkörpert natürlich Gates. „Josh ist ein bekannter Abenteurer.“ Daher ist die Sendung keine normale Reisereportage. Die Serie bietet laut von Lennep „neben den klassischen, schönen Bildern der besuchten Regionen immer auch ein Kapitel, in dem es um Abenteuer, alte Rätsel und Geheimnisse geht“.

Im Falle Mittenwald ist es ein Geheimcode auf einem Notenblatt. Wer ihn entschlüsselt, findet die Stelle, an der ein deutsches Kommando gegen Kriegsende vor den heranrückenden Amerikanern einen sagenhaften Schatz vergraben hat. Kein Geringerer als Martin Bormann (1900 bis 1945), der berüchtigte Sekretär des Führers, soll die Botschaft auf Gottfried Federleins „Marsch-Impromptu“ gekritzelt haben. Eine Steilvorlage für Abenteurer Gates.

„Für unsere Dreharbeiten suchen wir nun Unterstützung aus der Gegend.“ Was von Lennep und Co. benötigen? „Ein uriges Vier-Rad-Geländeauto für unseren Moderator Josh Gates, mit dem er vor der Kamera herumfahren soll.“ Dem Aufnahmeleiter schwebt „ein alter Mercedes-G-Geländewagen aus Armeebestand“ vor – natürlich gegen Bezahlung. Zudem soll bei der Mittenwalder Nazigold-Expedition eine historische Szene gedreht werden. „Dafür suchen wir vier männliche Komparsen und zwei Mulis.“ Die Statisten sollen als Gebirgsjäger mit den Packtieren durch den Wald marschieren. „Kostüme besorgen wir. Vorhandenes wie eigene, zeitgenössisch aussehende Stiefel, Rucksäcke, Seile oder ähnliches können gern mitgebracht werden“, ergänzt von Lennep. Die Dreharbeiten an einem Wochenende dauern einen Tag. „Es gibt auch eine kleine Gage, Verpflegung und Fahrtkostenerstattung.“

Die Jagd nach Bormanns Nazi-Gold geht also – wenn auch eher filmreif – in Mittenwald weiter. Die Suche im Geigenbauort eröffnete im Oktober 2013 der Niederländer Leon Giesen. Der Filmemacher aus Utrecht durfte dafür sogar Teile der Wörnerstraße aufreißen. Gefunden hat er außer ein paar verrosteten Eisenteilen nichts. Giesens Landsmann Cyril Whistler weiß warum: Weil er an der falschen Stelle gesucht hat. Der Geigenbauer aus Arnheim glaubt ebenfalls, das nebulöse Notenblatt dechiffriert zu haben. Demnach liegt das Gold oder was immer es ist irgendwo in der Standortverwaltung. „Ich weiß auf alle Fälle, dass der Standort stimmt“, versicherte Whistler 2016 gegenüber dem Tagblatt.

Da erntet er jedoch Widerspruch von einem dritten Niederländer: Boudewijn Smeets aus Valkenburg. Der ist felsenfest überzeugt, dass Bormanns Hinweise auf den Kranzberg führen. Bester Stoff also für Abenteurer Gates. Wer weiß, vielleicht spricht sich die Story ja irgendwann auch in Hollywood herum.

Komparsen gesucht:

Wer bei „Expedition Unknown“ als Komparse mitwirken möchte oder ein altes Auto aus Armeebestand zur Verfügung stellen kann, sollte sich mit Aufnahmeleiter Lars von Lennep unter Telefon 01 70/4 11 34 33 oder per E-Mail an larsvonlennep@yahoo.com in Verbindung setzen.

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