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Gewöhnungsbedürftige Optik – die neue Turnhalle, die zwischen Edelweiß- und Karwendelkaserne entstehen wird

Womöglich dürfen auch Vereine hinein

Neue Turnhalle für die Edelweiß-Kaserne: „Unsere Soldaten müssen fit sein“

Es ist ein Signal für Fortbestand: So sieht das Andreas Bockmann. Der Standortälteste nimmt Stellung, warum der Bau einer neuen Turnhalle nötig ist. 

Mittenwald – Die Edelweiß-Kaserne in Mittenwald bekommt eine neue Sporthalle. Davon könnten eventuell auch die Sportvereine im Ort profitieren. Die Heimatzeitung bat den Standortältesten Andreas Bockmann nun zu einem Gespräch, um Antworten auf die drängenden Fragen rund um dieses Thema zu erhalten.

Das Leben als Soldat – egal ob Gebirgsjäger oder Logistiker – ist auch vom Sport geprägt. „Es ist wichtig, dass unsere Soldaten fit sind“, betont Andreas Bockmann. Er selbst trainiert regelmäßig, nutzt die Sporthallen der Kaserne so oft wie möglich. Training und Fitness gehören eben zum Pflichtprogramm bei der Bundeswehr. Umso wichtiger ist es für ihn, seinen rund 1500 Soldaten ein modernes sportliches Angebot zu bieten. Die Freude ist groß, dass die Edelweiß-Kaserne nun eine neue Mehrfach-Turnhalle bekommen soll.

Als Leiter des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf weiß er, dass sich Training und Übung der Rekruten nicht nur in Fels und Eis abspielen. „Viele Trainingseinheiten absolvieren die Soldaten in der Turnhalle.“ Dann werden schwere Gewichte getragen oder Hindernis-Parcours bewältigt. Zudem stärkt das sportliche Miteinander die Kameradschaft, wenn beispielsweise nach Dienstschluss die Soldaten gemeinsam Fußball oder Basketball spielen.

Bestehende Turnhallen nicht mehr zeitgemäß

Ist der Leister des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf: Andreas Bockmann.

Der Belegungsplan der neuen Turnhalle wird prall gefüllt sein, das vermutet Bockmann schon jetzt. Zwar wird in Betracht gezogen, nach Dienstschluss der Marktgemeinde die Möglichkeit zu bieten, dass örtliche Vereine vereinzelt die neue Turnhalle nutzen können. Allerdings hätten die Bundeswehr-Angehörigen „stets Priorität“. Damit reagiert Bockmann auf eine Anfrage von Bürgermeister Adolf Hornsteiner. Die jetzige TSV-Turnhalle, die immer wieder auch als Veranstaltungssaal genutzt wird, ist über die Maßen ausgelastet und in die Jahre gekommen. Zu welchen Uhrzeiten örtliche Vereine die neue Sportstätte der Bundeswehr beziehen könnten, lässt Bockmann offen. „Dass sehen wir erst, wenn der sportliche Betrieb aufgenommen wird.“

Ähnlich verhält es sich auch in der Kaserne. Die beiden Turnhallen in der Edelweiß- und Karwendel-Kaserne seien gelinde gesagt „nicht mehr zeitgemäß“, wie Bockmann versichert. „Die Ausstattung ist veraltet.“ So war die kleinere Turnhalle in der Karwendel-Kaserne früher eine Stallung der Mulis. Ballsportarten wie Handball würden durch die für einen Stall vorgesehene Architektur gar nicht erst möglich sein. Die größere Turnhalle in der Edelweiß soll nach dem Ersatzbau zu einer Kletterhalle umfunktioniert werden. „Dann können die Gebirgsjäger ihre Techniken unter Dach trainieren.“

Doch nicht nur das Fitness-Angebot wird wieder auf den neuesten Stand gebracht. Der Neubau der Turnhalle und der Kleiderkammer ist für Bockmann auch ein Indiz dafür, dass der Bundeswehr-Standort Mittenwald zumindest für die nächsten Jahre gesichert ist. „Die Projekte werten den Standort sehr auf“, versichert der Oberstleutnant.

Die neue Turnhalle, die zwischen den beiden Kasernen Edelweiß und Karwendel entstehen wird, wurde Ende vergangenen Jahres bereits dem Mittenwalder Bau- und Umweltausschuss öffentlich vorgestellt. Dabei kritisierten die Ausschussmitglieder vor allem „das futuristische Aussehen“ der neuen Sportstätte. Für den Bund habe Funktionalität Priorität, betont Bockmann. Die Bundeswehr würde eben „Zweckbauten“ errichten und sich nicht unbedingt an örtliche Gestaltungssatzungen richten. Wann der Bau des 2,35 Millionen Euro-Projekts beginnt und die ersten Soldaten die neuen Räumlichkeiten nutzen können, ist noch offen. Los gehen soll es noch heuer.

Josef Hornsteiner

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