Voller Vorfreude auf den Neuanfang: Der Kirchenchor Wallgau mit (v. l.) Leiterin Margarete Fischer, Sabine Neuner, Dora Neuner, Anna-Lena Simon, Regina Sprenger, Elisabeth Sprenger, Natalie Schlecht, Katrina Behling und Anneliese Holler sucht noch Verstärkung. foto: wolfgang kunz

Ein neuer Kirchenchor für Wallgau

Wallgau - Gute dreieinhalb Jahre lag der Wallgauer Kirchenchor auf Eis. Schuld daran hatten die Querelen mit dem ehemaligen Pfarrer Mieczyslaw Studzienny. Jetzt wurde das Ensemble wiedergegründet.

Großes Aufatmen in der katholischen Pfarrgemeinde: In Wallgau wurde wieder ein Kirchenchor zum Leben erweckt. Margarete Fischer begleitet den Neuanfang. Die ehemalige Chorleiterin aus Mittenwald hatte das Amt 2007 nach längeren Differenzen mit Pfarrer Mieczyslaw Studzienny hingeworfen. Jetzt freut sie sich genauso wie Pfarrer Michael Wehrsdorf auf die Neugründung des Ensembles.

Bekanntlich gab es in der Ära Studzienny (1998 bis 2012) im Oberen Isartal immer wieder Konflikte zwischen dem Seelsorger und den Gläubigen. Exemplarisch steht dafür der sogenannte „Orgel-Streit“. So wurden mit Margarete Fischer, Sylvia Meggyes und Claudia Thomas gleich drei Organistinnen beziehungsweise Chorleiterinnen verschlissen. In Krün hatte der Kirchenchor St. Sebastian die ewigen Auseinandersetzungen mit dem Pfarrer 2011 mit seinem Rückzug beendet. Erst nach dem Weggang des Geistlichen packte die Krüner Sänger neuer Mut und 2013 kehrten sie in das Gotteshaus zurück.

In Wallgau gab es seit Oktober 2010 keinen katholischen Kirchenchor mehr. Bald ist die staade Zeit vorbei, was Pfarrer Wehrsdorf sehr begrüßt: „Ein Chor sorgt für eine variable Gottesdienstgestaltung und wertet viele kirchliche Feste auf.“

Bei der ersten Informationsveranstaltung im Wallgauer Pfarrheim zeigten 16 Sängerinnen - davon waren acht anwesend - Interesse an einer Wiederbelebung des Chores. „Mich haben Anneliese Holler und Dora Neuner persönlich gefragt“, verrät die in Mittenwald wohnende Fischer. Nach Rücksprache mit Pfarrer Ludwig Hauf und Dekan Gerhard Titze sowie einer offiziellen Anfrage von Katrina Behling aus dem Pfarrbüro Wallgau habe sie sich entschlossen, ihre frühere Arbeit dort wieder aufzunehmen.

Bekanntlich war die beliebte Organistin und Chorleiterin Gründungsmitglied des 1999 ins Leben gerufenen Ensembles. „Ich war damals als Erzieherin im St. Jakob-Kindergarten tätig“, erzählt Fischer. Pfarrer Thomas Reiser habe sie gefragt, ob sie an dieser Aufgabe interessiert sei. Bis Anfang 2007 leitete die Kirchenmusikerin mit C-Schein den Chor und saß auch selber an der Orgel.

„Nach längeren Differenzen mit Pfarrer Studzienny habe ich dann aufgehört“, schildert sie die damalige für sie unerträgliche Situation. Den Wallgauer Chor hat dann bis Oktober 2010 Sylvia Meggyes unter die Fittiche genommen, die auch Fischers Nachfolgerin als Leiterin des Karwendelchors in Mittenwald wurde. Fischer betreut jetzt die Karwendelchor-Minis und vertritt Meggyes während der Wintermonate in Mittenwald.

Sie ist mittlerweile auch in Telfs/Tirol stellvertretende Kindergarten-Leiterin und führt in Mittenwald als diplomierte Montessori-Pädagogin einen Lerntreff. Die passionierte Kirchenmusikerin freut sich auf ein Wiedersehen in Wallgau. „Wir werden ab 6. Oktober jeden Montag ab 19.30 Uhr im Pfarrheim proben“, kündigt sie an. Ein musikalisches Programm, in dem auch bayerische Kirchenlieder und Gospelsongs vorkommen, ist bereits erstellt. Zu hören ist der Chor voraussichtlich am 25. Dezember (erster Weihnachtsfeiertag) und am Ostersonntag 2015. „Vielleicht treten wir auch bei der Cäcilienfeier und beim Erntedankfest auf“, tut Fischer diverse Überlegungen kund, „allerdings suchen wir noch Mitglieder“. Sie würde sich freuen, wenn auch Männer den Chor verstärken.

Informationen gibt es im Pfarrbüro unter der Telefonnummer 0 88 25/9 22 10 oder bei Chorleiterin Fischer unter der Nummer 0 88 23/50 14.

Wolfgang Kunz

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