+
An der Spitze des neuen „Fördervereins Bildung und Geschichte Oberes Isartal“: (v. l.) Klaus Tiefenbrunner, Peter Reindl und Fabian Rößler. 

Förderverein in Mittenwald

Handy-App: Isartaler Geschichte auf Abruf

Eine Handy-App für geschichtsträchtige Orte rund um Mittenwald. Das plant der neugegründete Förderverein um Peter Reindl und Fabian Rößler.

Mittenwald – Sie sind wie Pech und Schwefel: 2015 dokumentierten Peter Reindl und Fabian Rößler vom ersten bis zum letzten Tag das G7-Gipfel-Treffen im Schlosshotel Elmau. Vergangenes Jahr standen sie mitten in den Krawallen rund um den G20-Gipfel in Hamburg. Jetzt streben die beiden Mittenwalder ein ganz anderes Ziel an: Sie gründeten einen Förderverein für Bildung und Geschichte im Oberen Isartal und wollen als erste Amtshandlung historisch bedeutende Orte digitalisieren.

Die Ideen sprudeln aus dem neu gewählten Ersten Vorsitzende Peter Reindl nur so heraus. Seine Idee könnte vor allem das Interesse der Jugend für Geschichtliches rund ums Isartal wecken. „Nehmen wir an, eine Gäste-Familie will mehr über die Gegend erfahren“, erklärt Reindl. Ziel seiner fiktiven Gäste sei der Franzosensteig zwischen Mittenwald und dem Leutasch-Tal. Ein perfektes Beispiel, zumal diese Trasse historisch unheimlich viel zu erzählen hat. Nur gibt es ein Problem: Der Großteil des Abschnitts befindet sich im Naturschutzgebiet. Infoschilder am Weg aufstellen? Fehlanzeige. „Da darf man schon überhaupt nichts anbringen“, verdeutlicht Reindl. Deshalb kam ihm eine Idee: Was wäre, wenn die Informationen direkt in die Hosentasche gesendet werden?

Eine Handy-App soll das Problem lösen. „Diese App ist gerade in Arbeit“, berichtet der Vorsitzende. Wer das Programm hat, dem werden per GPS-Ortung auf den Meter genau Angaben auf das Smartphone gespielt. Beispielsweise könnte jemand, der am Franzosensteig wandert, die Auskunft bekommen, dass hier im Jahr 1805 das VI. französische Armeecorps von Mittenwalder Jägern an der Befestigungsanlage Porta-Claudia vorbei geschleust wurde, um so den Tirolern in den Rücken zu fallen. Reindl geht noch weiter: „Es können auch Fotos oder Videos ohne Probleme eingebaut werden.“

Bis Herbst dieses Jahres soll die App fertig sein und in Betrieb gehen. „Kenner und Fachleute“ sollen dann diese inhaltlich mit Leben füllen. Deshalb war auch Helmut Klinner, Mittenwalds Gemeindearchivar und Vorsitzender der Historischen Gesellschaft, Gründungsmitglied des Fördervereins. „Ich hoffe, dass wir künftig eng zusammenarbeiten“, sagt Reindl. Denn diese App könnte der Anfang von etwas Größerem sein – nämlich „über jeden interessanten Ort in Echtzeit mit Text, Fotos oder Videos zu informieren“. Ihm zur Seite steht sein Weggefährte Fabian Rößler, der Reindls Stellvertreter im Förderverein wurde.

In den nächsten Wochen sollen Fördermöglichkeiten für das Projekt geprüft werden. Da nun dank des Fördervereins auch der Porta-Claudia-Verein aus Scharnitz wieder aus der Versenkung geholt wurde und eng mit den Mittenwaldern zusammenarbeiten wird, soll die neue App ein Euregio-Projekt werden.

Die Gründungsmitglieder:

Erster Vorsitzender: Peter Reindl, Zweiter Vorsitzender: Fabian Rößler, Kassier: Peter Reindl, Schriftführer: Fabian Rößler, Beisitzer: Klaus Tiefenbrunner.

Josef Hornsteiner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vermisstenfahndung im Ammergebirge: Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe
Die Polizei bittet um Unterstützung bei der Suche nach einem vermissten Weilheimer.Sein Fahrzeug wurde bereits gefunden.
Vermisstenfahndung im Ammergebirge: Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe
Unruheherd Abrams: Einsatzzahlen der Polizei sind massiv angestiegen
Die Sicherheitslage in Garmisch-Partenkirchen ist gut – wäre da nicht die Erstaufnahmeeinrichtung Abrams. Die Einsatzzahlen der Polizei sind dort massiv angestiegen. Vor …
Unruheherd Abrams: Einsatzzahlen der Polizei sind massiv angestiegen
Partnachklamm: Weg zum Vordergraseck im Sommer wieder frei?
Wüst sieht‘s aus auf dem Weg von der Partnachklamm zum Vordergraseck. Dort hat ein Erdrutsch große Schäden hinterlassen. Die sollen jetzt verschwinden.
Partnachklamm: Weg zum Vordergraseck im Sommer wieder frei?
Wild-West-Politik in Kohlgrub: Info über Projektstopp beim Haus des Gastes wird „vergessen“ 
Für den Umbau vom Haus des Gastes liegt inzwischen die Baugenehmigung vor. Ob die in Bad Kohlgrub überhaupt noch gebraucht wird, ist derzeit völlig unklar.
Wild-West-Politik in Kohlgrub: Info über Projektstopp beim Haus des Gastes wird „vergessen“ 

Kommentare