„Nach intensiven Gesprächen haben wir eine einvernehmliche Lösung gefunden.“ Bürgermeister Adolf Hornsteiner

Neues aus der G8-Wundertüte

Mittenwald - Im Oktober rührt sich wieder was am Mittenwalder Bahnhof. Dann wird dort der Hausbahnsteig von Grund auf und für viel Geld saniert. Der Hintergrund: der G8-Gipfel in Schloss Elmau.

Was der G8-Gipfel in Schloss Elmau mit dem Mittenwalder Bahnhof zu tun hat, weiß von den Einheimischen eigentlich niemand so recht. Denn es ist wohl nicht davon auszugehen, dass der amerikanische Präsident Barack Obama und Gattin Michelle Anfang Juni 2015 mit der Regionalbahn von Innsbruck anreisen, im Geigenbauort aussteigen und dann vom Nebel Stani Richtung Fünf-Sterne-Plus-Hotel kutschiert werden.

Dennoch: Ab Oktober rückt nach über dreijähriger Pause wieder ein Bautrupp an. Dieser nimmt sich auf einer Länge von 260 Metern den Hausbahnsteig, also die Wartezone unmittelbar am Stationsgebäude, vor. Dieser Bereich wurde 2010 beim 4,5 Millionen Euro teuren barrierefreien Ausbau des Bahnhofs ausgespart. Jetzt - der G8-Gipfel macht’s möglich - wird zur Schlussoffensive geblasen. „Nach intensiven Gesprächen haben wir eine einvernehmliche Lösung gefunden“, berichtete am Dienstagabend Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) dem Bau-Ausschuss des Mittenwalder Marktgemeinderats von den konstruktiven Verhandlungen mit den von der Deutschen Bahn AG beauftragten Planern.

Was soll in gut zwei Monaten passieren? Unter anderem wird die Bahnsteigkante auf 76 Zentimeter erhöht, die Zuwegung zum Bahnsteig behindertengerecht angepasst sowie für eine moderne Entwässerung dieses Areals und für eine zeitgemäße Beleuchtung und Beschallung gesorgt. Alles in allem soll das Projekt einen niedrigen siebenstelligen Euro-Betrag kosten. Das Schönste dabei: Die Gemeinde Mittenwald selbst muss hierfür nichts bezahlen.

Nach der Umgestaltung des Bahnhofsplatzes (2003), dem barrierefreien Ausbau der Gleisanlagen samt Unterführung (2010), dem Umbau des Bahnhofsgebäudes (2012), der Realisierung des benachbarten Ärztehauses (2013) und der Umgestaltung des angrenzenden ehemaligen Zollgebäudes (läuft) ist das anstehende Vorhaben für den Bürgermeister der „vorletzte Baustein“ der großangelegten Modernisierung des lange vernachlässigten Bahnhofs.

Doch es gibt noch ein letztes großes Puzzleteil in den Planspielen der Rathaus-Oberen: die ambitionierte, weil kostenträchtige Weiterführung der bestehenden Unterführung bis hinüber zur Eisstadion-Seite. „Die haben wir nach wie vor auf dem Schirm“, bestätigt Hornsteiner. Allerdings steckt dieses Projekt nicht in der G8-Wundertüte. csc

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