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Ist in der Zeitung erschienen: Die Marktgemeinde hat einen Offenen Brief als Anzeige geschaltet.

Aktion gegen die Vorwürfe der AG-Oberen

Offener Brief der Gemeinderäte zur Karwendelbahn: Zwei Unterschriften fehlen

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Ein Zeichen der Geschlossenheit: Die Mittenwalder Gemeinderäte wollten mit einem Offenen Brief demonstrieren, dass die Karwendelbahn-Verantwortlichen keinen Keil zwischen sie, den Bürgermeister und die Bevölkerung treiben können. Doch nicht alle ließen ihren Namen unter das Schreiben setzen.

Mittenwald – Sie haben sich gewehrt. Gegen die ständigen und herben Anschuldigungen und „Verunglimpfungen“ durch die Karwendelbahn-Verantwortlichen. In einem Offenen Brief, der am Wochenende im Tagblatt erschienen ist, wandten sich die Mittenwalder Gemeinderäte an die Bürger. Um aufzuklären und um ein Zeichen zu setzen, dass der Fortbestand der Bahn – anders als behauptet – dem Gremium ein wichtiges Anliegen ist. „Oft sind falsche oder nur einseitige Informationen vorhanden“, sagt Gerhard Schöner, CSU-Rat und Zweiter Bürgermeister. Die Kommunalpolitiker leisteten Präventivarbeit – vor den nächsten Attacken von Seiten der Reich-Gruppe.

Initiiert wurde das Ganze von den beiden Rathauschefs. Sie wollten etwas gegen die verbalen Angriffe auf die Gemeinderäte unternehmen und unterbreiteten diesen den Vorschlag bei den Fraktionssitzungen. „Alle sind sofort mit im Boot gewesen“, betont Schöner auf Nachfrage. Von Bürgervereinigung und CSU über SPD bis hin zu den Freien Wählern. Dabei stehen letztere bekanntermaßen bei diversen Themen nicht im besten Verhältnis zur CSU und Bürgermeister Hornsteiner. Georg Seitz, Christoph Wörnle und Florian Lipp unterzeichneten den Brief, den die Gemeinde finanziert. Zwei Kollegen allerdings nicht.

Die Namen von Josef Schandl und Josef Zunterer fehlen. Der Alpenrose-Inhaber will keine Erklärung abgeben, warum er die Aktion nicht mitgetragen hat. „Das ist meine Sache“, sagt Zunterer gegenüber dem Tagblatt. Mehr nicht. Der „Freiberger-Sepp“ bezieht dagegen Stellung. Er habe den Brief, der anwaltlich geprüft wurde, erst eine Woche vor der Veröffentlichung zum Lesen bekommen, weil er zuvor beruflich in Nürnberg weilte. „Es gab dann keine Möglichkeit mehr, darüber zu diskutieren oder auf den Inhalt einzuwirken“, sagt der Vorsitzende der Freien Wähler Mitternwald. Deshalb sah er von seiner Unterschrift ab.

Eines möchte Schandl aber klarstellen. Sein Verzicht soll keinesfalls bedeuten, dass er mit dem Verhalten von Aufsichtsratsmitglied Wolfgang W. Reich und Noch-Vorstand Patrick Kenntner – er zieht sich, wie berichtet, 2019 von seinem Posten zurück – einverstanden sei. „Absolut nicht.“ Gegenüber den Karwendelbahn-Oberen „habe ich keine Sympathien“. Schandl steht hinter dem Handeln der Gemeinde. Diese liefert sich seit Jahren einen erbitterten Kampf mit der Führungsriege des Seilbahn-Unternehmens, um deren „fehlerhaften Hauptversammlungsbeschlüssen, der fehlenden Transparenz und mangelnder Informationspolitik“, wie es in dem Schreiben aufgezählt wird, entgegenzutreten. „Es herrscht Geschlossenheit“, sagt Schandl mit Nachdruck. Das würden schon die einstimmigen Beschlüsse zu dem Thema beweisen.

Dass es Schandl aufgrund fehlender Zeit nicht möglich gewesen sein soll, sich ausreichend mit dem Inhalt des Schreibens auseinanderzusetzen oder darüber zu debattieren, lässt Schöner als Argument nicht gelten. Gerade in der heutigen medialen Zeit: Brief zuschicken lassen, lesen, Meinung äußern – zeichnet Schöner den Weg auf. Beim Bürgermeister aber „hat er sich nicht gemeldet, um Änderungswünsche abzugeben“, sagt der Vize-Rathauschef. So sieht das auch Hornsteiner. „Jeder Gemeinderat hat meine Telefon- und Handynummer und weiß, dass ich auch außerhalb der Dienstzeiten erreichbar bin.“

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