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Zeigen, wie’s geht: Kathrin Hirthammer (l.) und Regina Hornsteiner, die Pfarrsekretärinnen von St. Peter und Paul, an der Wahlurne.

Pfarrgemeinderatswahl  

Drei Pfarreien, ein Wunsch: Ein Seelsorger muss her

6218 stimmberechtigte Katholiken im Oberen Isartal haben die Wahl: Am kommenden Sonntag bestimmen sie in den drei Gemeinden Krün, Mittenwald und Wallgau die Zusammensetzung der jeweiligen Pfarrgemeinderäte. Doch egal wer die nächsten vier Jahre in diesem Gremium sitzt: Sie alle eint der Wunsch nach einemweiteren Geistlichen.

Oberes Isartal – Es ist noch gar nicht so lange her, als das Obere Isartal gut eingedeckt war mit katholischen Seelsorgern. Neben Pfarrer Michael Wehrsdorf (63) gesellten sich der Militär-Geistliche Norbert Sauer, Vikar Dr. Gerald Njoku und Gemeinde-Referentin Eva Höfler. Obendrein half viele Jahre der im November 2016 verstorbene Ruhestandspfarrer Ludwig Hauf aus. Nicht zu vergessen Diakon Gerhard Titze, der sich im Sommer 2014 Richtung Oberammergau verabschiedete.

Bis auf Sauer hat Wehrsdorf nun niemanden mehr zur Seite. „Einfacher wird’s nicht“, meinte der Pfarrherr unlängst gegenüber dem Tagblatt. Bislang ist eine Entlastung nicht in Sicht. Richtig schlimm wird’s, wenn Militär-Seelsorger Sauer wieder für mehrere Monate in den Auslandseinsatz muss. Aufgrund des Priestermangels finden schon jetzt in den katholischen Hochburgen Krün und Wallgau nur mehr alle zwei Wochen Sonntagsmessen statt. Für viele Gläubige ein unerträglicher Zustand. Vor dem Hintergrund dieser akuten Personalmisere steht am Sonntag, 25. Februar, die Pfarrgemeinderatswahl. Hier nun ein Blick in die einzelnen Kirchengemeinden:

Mittenwald

In derMittenwalder Pfarrei (4425 Wahlberechtigte) konnten die Gemeindemitglieder im Vorfeld Kandidaten benennen. Von den 27 Vorschlägen erklärten sich neun dazu bereit, einen der sechs Pfarrgemeinderatsposten anzustreben. Aktuell sitzen acht Vertreter in diesem Laien-Gremium. Nicht mehr antreten werden Roswitha Gensberger, Marinus Zwerger und Josef Hofbauer. Mit Abstand am längsten sitzt Rosi Malsbender im Pfarrgemeinderat – seit 1994. Das Besondere daran: Die 56-jährige Hausfrau kommt aus Klais, das politisch zu Krün und kirchlich zu Mittenwald gehört. Bereits 2014 erfolgte das Votum per Briefwahl, was im Gegensatz zu Krün (16,6 Prozent) und Wallgau (13,7 Prozent) mit 33,5 Prozent zu einer deutlichen Steigerung der Wahlbeteiligung geführt hatte.

Krün 

Auch in St. Sebastian (935 stimmberechtigte Katholiken) entscheiden die Gläubigen per Brief – erstmals. Warum im Dorf überhaupt zur Urne geschritten werden muss, bezweifeln nicht wenige. Denn es zeichnet sich ab, dass alle acht Kandidaten in die Laien-Vertretung aufrücken – sechs per Wahl, zwei beruft der Pfarrgemeinderat bei der Konstituierenden Sitzung. „Darauf wird’s wohl hinauslaufen“, bestätigt der amtierende Vorsitzende Mathias Summer. Acht Jahre saß er mit seinem Sohn Simon an einem Tisch. Doch der hört ebenso wie Christine Emmerdt auf. Dafür geht nun Summers Tochter Elisabeth (21) ins Rennen.

Wallgau

Die Pfarrei St. Jakob (971 Katholiken, 858 Wahlberechtigte) bleibt bei der bewährten Praxis. Die Gläubigen haben am Samstag von 17 bis 19 Uhr und am Sonntag von 8 bis 12 Uhr die Möglichkeit zur persönlichen Stimmabgabe. „Der Aufwand für eine Briefwahl ist zu groß“, meint Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Mesnerin Kathrin Simon (49). „Außerdem sind wir ein Dorf, wo jeder jeden kennt.“ Angesichts der Fülle an Kandidaten – sechs von zehn sind unter 40 Jahre alt – stockt man das Gremium von sechs auf acht auf. Auffallend ist, dass mit Florian Neuner lediglich ein Mann antritt.

Christof Schnürer

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