+
Immer mitten im Geschehen: Dr. Gerald Njoku (r. mit Kirchenorganist Andreas Frey) hat die Isaraler mit seiner Lebensfreude begeistert. 

Priestermangel im Oberen Isartal 

Kein Nachfolger für Vikar Njoku in Sicht

Über fünf Jahre stand Dr. Gerald Njoku in den drei Isartal-Gemeinden dem katholischen Pfarrer zur Seite. Ende Januar kehrt der Vikar zurück in seine Heimat Nigeria. Der Afrikaner hinterlässt eine Lücke, die wohl bis auf Weiteres nicht geschlossen werden kann.

Mittenwald – Was waren das für Zeiten, als den Mittenwalder Pfarrer wahlweise ein Kaplan oder Gemeinde-Referent flankierte. Obendrein kümmerte sich ein Geistlicher um die Pfarreien Krün und Wallgau. Doch mit Beginn dieses Jahres steht Seelsorger Michael Wehrsdorf mehr oder weniger alleine da. „Ganz aussichtslos ist es nicht“, meint der 63-Jährige. Denn nach dem Abschied seiner rechten Hand, Vikar Dr. Gerald Njoku, werden ihn Militärpfarrer Norbert Sauer und Ruhestandspfarrer Roland Stemmler unterstützen – so gut es eben geht. „Einfacher wird’s nicht“, weiß Wehrsdorf. Bis heute sucht er einen Nachfolger für Gemeinde-Referentin Eva Höfler, die es im Februar 2017 zum Pfarrverband Garmisch-Grainau zog. Seitdem hat sich niemand auf die freigewordene Stelle beworben.

Und nun folgt Ende des Monats Vikar Njoku dem Ruf seines Erzbischofs Anthony Obinna in sein Heimatland Nigeria. Dort soll sich der 50-Jährige namens der Caritas um Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden in einer aufgewühlten Region bemühen. „Jetzt ist die Zeit gekommen“, sagt Njoku, „mein Erzbischof braucht mich.“ 15 Jahre in Deutschland, davon knapp fünfeinhalb im Oberen Isartal, finden somit ein Ende. „Doch ich komme wieder“, verspricht Njoku – und sei es nur auf Kurzbesuch. Denn irgendwie hat er das Werdenfelser Land lieb gewonnen. Aber sein Herz schlägt auch für seine afrikanische Heimat. „Dahoam is dahoam“, meint Father Gerald auf gut Boarisch. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wollen die Katholiken in Krün ihm am Dreikönigstag einen würdigen Abschied bereiten.

Ob es einen Nachfolger für Njoku gibt, steht in den Sternen. „Da ist noch nichts entschieden“, bestätigt Gudrun Lux, eine der Sprecherinnen der Erzdiözese München-Freising. „Natürlich ist es unser Ziel, die benötigten Ressourcen zur Verfügung zu stellen.“ Vielleicht hilft ja das eine oder andere Stoßgebet.

Die Verabschiedung

von Dr. Gerald Njoku steht am Samstag, 6. Januar, in Krün auf dem Programm. Im Rahmen der Heiligen Messe in St. Sebastian (Beginn 10.30 Uhr) singt der Kirchenchor dem Pfarrvikar ein speziell getextetes Lied. Daneben werden die Sternsinger ausgesandt und das Dreikönigswasser geweiht. Der angekündigte Gottesdienst an diesem Freitag um 18 Uhr findet nicht statt.

Christof Schnürer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Passionstheater: Mit Wilhelm Tell einen Volltreffer gelandet
Wilhelm Tell im Passionstheater. Die Vorstellung läuft. Plötzlich Feueralarm...
Passionstheater: Mit Wilhelm Tell einen Volltreffer gelandet
Chips für Obama, Foto mit Merkel: G7-General verlässt Schloss Elmau mit schönen Erinnerungen
Aufhören, wenn’s am schönsten ist: Nach acht Jahren verabschiedet sich Hotel-Manager Nikolai Bloyd von Schloss Elmau. „Ich verlasse das Haus als Freund“, versicherte der …
Chips für Obama, Foto mit Merkel: G7-General verlässt Schloss Elmau mit schönen Erinnerungen
Nach Tragödie in Genua: Wie intakt sind die Brücken im Landkreis?
Der verheerende Unfall von Genua wirft die Frage auf, wie es mit den Autobahnbrücken an der A 95 ausschaut. Das Bauwerk über die Loisach bei Großweil muss ertüchtigt …
Nach Tragödie in Genua: Wie intakt sind die Brücken im Landkreis?
Ehefrau schlägt Alarm: Mann kehrt nicht aus Staffelsee zurück - nun gibt es die traurige Gewissheit
Eine Vermisstensuche am Staffelsee hielt am Freitag Rettungskräfte in Atem. Von einem älteren Urlauber fehlte jede Spur. Nun ist das Schicksal des Mannes traurige …
Ehefrau schlägt Alarm: Mann kehrt nicht aus Staffelsee zurück - nun gibt es die traurige Gewissheit

Kommentare