Die Mannschaft: (vorne v.l.): Markus Fütterer, Matthias Wurmer, Martin Müller, Tobias Kriner und Benni Wollesen, (hinten v.l.) Sepp Rieger, Alois Ostler, Enrico Schirmer, Florian Klotz, Stefan Hardt, Christoph Schmidt, Franz Zunterer, Helmut Schaller, Erhard Merk, Georg Hornsteiner, Laurentius Öttl, Freddy Kirchner und Heinz Pfeffer.
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Die Bergwacht-Bereitschaft Mittenwald vertraut weiterhin Bereitschaftsleiter Heinz Pfeffer (r.).

Eingespielte Mannschaft

In Corona-Zeiten ist alles anders:
Warum Mittenwalds Bergwachtchef weitermacht

Die Corona-Pandemie hat der Bergwacht Mittenwald deutlich weniger Einsätze beschert. Doch wenn das Team ausrückte, musste es mit erschwerten Bedingungen klarkommen. Bereitschaftsleiter Heinz Pfeffer, der aufhören wollte, geht nun doch in seine fünfte Amtsperiode.

Mittenwald – Ihre ehrenamtliche Arbeit – präzise. Ihr Auftreten – professionell. Dass diese Eigenschaften besonders auf die Bergwachtbereitschaft Mittenwald zutreffen, wurde bei der Jahresversammlung der Mittenwalder Bergwacht im TSV-Veranstaltungssaal offenkundig. Wegen der Corona-Schutzbestimmungen fand das Treffen in verkürzter Form statt.

Die 86 Aktiven mit ihren 15 Anwärtern waren zwischen März 2020 und März 2021 insgesamt 95 Mal im Einsatz. „Dabei mussten wir einen Toten bergen und 15 Schwerverletzte ins Tal bringen“, resümierte Bereitschaftsleiter Heinz Pfeffer. In normalen Jahren kommen die Bergwachtmänner auf deutlich mehr Einsätze – nämlich auf rund 150 an der Zahl. Durch Corona brach der Winter-Skibetrieb bekanntlich teilweise ein. „Trotzdem waren es für uns Einsätze unter erschwerten Bedingungen“, sagte Pfeffer. Alleine 46-mal arbeitete die Bergwacht Mittenwald mit einem ADAC- oder einem Polizeihubschrauber zusammen. „Dabei mussten immer Maske, Handschuhe, Schal (,Buff‘), Schutzbrille und teilweise auch Ganzkörper-Schutzanzüge getragen werden“, betonte Pfeffer.

Weniger Übungen bedeuten aber auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko

Bereitschaftsleiter Heinz Pfeffer

Daneben ist wegen der diversen Lockdowns die Ausbildung im Freien total weggefallen und konnte lediglich per Video-Konferenz abgehalten werden. „Weniger Übungen bedeuten aber auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko“, gab Pfeffer zu bedenken. Er verwies dabei auf die Helikopter-Einsätze, bei denen die Abstandsregelungen nicht eingehalten werden können.

Wegen der aktuellen Corona-Lage hat der 53-Jährige, der seit 2005 als Bereitschaftsleiter im Amt ist, auch den Gedanken an seinen angekündigten Rückzug verworfen. „Ich stelle mich für weitere vier Jahre zur Verfügung, weil in dieser angespannten Situation keinem zugemutet werden kann, meinen Posten zu übernehmen.“ Die Arbeit ist seinen Worten zufolge durch die erweiterten Vorschriften nicht weniger geworden.

Wahlleiter Peter Hornsteiner hatte wenig Mühe, die vier zur Wahl anstehenden Posten zu besetzen. Gekürt werden bei der Bergwacht lediglich zwei Bereitschaftsleiter und zwei Revisoren. Die Leitung bestimmt dann nach Rücksprache mit den Mitgliedern alle weiteren Posten.

Pfeffer zog eine positive Bilanz: „Ich bin stolz auf meine jahrelang eingespielte Mannschaft, die für weitere vier Jahre zusammenbleibt.“ Sein Lob galt allen Arbeitgebern für ihr Verständnis, in dieser auch finanziell schwierigen Zeit ihre Angestellten immer wieder für die vielen Einsätze freizustellen.

Zuvor hatte der für die Finanzen zuständige Christoph Schmidt den zur Entlastung des Vorstands nötigen Kassenbericht abgegeben. „Trotz erhöhter Ausgaben schreiben wir weiterhin schwarze Zahlen.“
Wolfgang Kunz

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