Schrankenlos – so stellt sich aktuell die Situation am Bahnübergang Mühlenweg dar. foto: kunz

Pfeif-Terror bald passé

Mittenwald - Die Anwohner am Mühlenweg und an der Kreidemühle werden künftig Ruhe haben. Denn mit dem Bau von Schranken am dortigen Bahnübergang werden nervtötende Signale der Züge überflüssig.

Seit über 13 Jahren kämpfen die Anlieger an der Kreidemühle und am Mühlenweg für einen durch Lichtsignale und Schranken gesicherten Bahnübergang. Denn das ohrenbetäubende und inzwischen amtlich festgestellte gesundheitsschädliche Pfeifen der Regionalzüge im Wohngebiet würde damit entfallen.

Umso erfreulicher für die Bewohner dieses Viertels: Am Montagabend hat der Bau- und Umweltausschuss des Mittenwalder Marktgemeinderats einstimmig beschlossen, sich finanziell am Bau einer Vollschranken-Anlage zu beteiligen. Das sei laut Eisenbahnkreuzungsgesetz auch vonnöten, bemerkte Marktbaumeister Ralf Bues. Der Mittenwalder Steuerzahler hat demnach ein Drittel der 660 000 Euro Gesamtkosten beizusteuern - 220 000 Euro. Der restliche Betrag wird je zur Hälfte vom Bund und der DB Netz AG getragen.

Aufgrund neuer Sicherheitsvorschriften und Preissteigerungen der vergangenen zehn Jahre haben sich allerdings die Kosten für ein solches Projekt inzwischen um 100 000 Euro erhöht. Dies veranlasste Gemeinderat Richard Gerstmeir (CSU) zu der Frage, „ob die Gesamtsumme schriftlich bestätigt ist und nicht doch alles wieder teurer wird“. Bues bestätigte, dass alles schriftlich fixiert sei.

„Schnell zustimmen, sonst wird es noch teurer“, empfahl daher Kurt Stransky (CSU). „Wir müssen froh sein, dass jetzt endlich gebaut wird“, bekundete Sepp Zunterer (Freie Wähler) ebenso seine Unterstützung. Auch Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) bat den Ausschuss um Zustimmung. „Wenn wir jetzt verweigern, müsste ein neues Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Das würde eine Verzögerung von mindesten fünf Jahren plus einer weiteren Realisierungszeit mit neuester Schrankentechnik nach sich ziehen.“

Hornsteiner erinnerte daran, dass es in Bayern immer noch 800 unbeschrankte Übergänge gebe. „Bei einem Zögern könnte die Bahn die Gelder auch für ein anderes Projekt bereitstellen. Stimmen Sie der Finanzierung zu, damit kein Schwung verloren geht. Dadurch erhalten auch unsere Bürger ein Stück Lebensqualität zurück.“

Das anschließende einstimmige Votum, das aber noch vom Marktgemeinerat abgesegnet werden muss, erfreute auch den betroffenen Anwohner Max Zapf. „Damit haben sich alle Anstrengungen gelohnt. Jetzt können wir hoffen, dass in rund 18 Monaten endlich wieder Ruhe einkehrt.“

Bekanntlich hatte Zapf im Mai 2013 einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um das seit Jahren schwelende Problem zu lösen. Nach einer Ortsbesichtigung mit dem Bürgermeister im Mai und einer Lärmpegel-Messung durch das Landratsamt im Juni wurde eine Überschreitung der Geräuschspitzen von 23 Dezibel über dem erlaubten Spitzenpegel von 85 Dezibel festgestellt. Diese Tatsache und die weiteren Anfragen der Gemeinde veranlassten die Deutsche Bahn, den Bau der Vollschrankenanlage zwischen dem zweiten Halbjahr 2014 und dem ersten Halbjahr 2015 zu realisieren. Der Bau dieser Anlage sollte eigentlich bereits 2004 vonstatten gegangen sein. ku

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