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Die Polizei hat eine Aufklärungsquote von knapp 90 Prozent.

Polizei Mittenwald legt Jahreszahlen 2016 vor

Flüchtlingswelle verhagelt die Statistik

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Die Isartaler können sich sicher fühlen. Das ist die Bilanz des Jahresberichts 2016. Die Zahlen – stabil. Mit einer Ausnahme. Die hängt allerdings mit der Bundespolizei und Fahndung zusammen.

Oberes Isartal – Thomas Rappensberger macht kein Geheimnis draus. Der Hauptkommissar räumt Anlaufschwierigkeiten ein. „Es gab Probleme technischer Art“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei-Inspektion (PI) Mittenwald über den einjährigen Probebetrieb, den das Präsidium Oberbayern Süd im Januar gestartet hatte. Zum Beispiel funktionierte die Alarmanlage nicht richtig. Man musste nachrüsten. Mittlerweile aber „läuft alles ganz gut“.

Als Reaktion auf die Anschläge in Paris, Nizza oder Berlin wurden die Abläufe in der Inspektion zum Jahresbeginn geändert. Um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken, zeigen die Ordnungshüter nun mehr Präsenz auf den Straßen. Dafür bleibt nachts die Dienststelle an manchen Tagen unbesetzt, und Streifen fahren umher. Eine Umstellung für das Personal. „Es war für sie ungewohnt, die Dienststelle zu verlassen und zuzusperren“, erzählt Rappensberger. Jetzt hat sich das Ganze eingespielt, ist zur Routine geworden. Selbst die Dienstgruppenleiter würden jetzt öfter als früher mitausrücken.

Wer Hilfe sucht, erhält sie dennoch. Via Knopfdruck. Betätigen Bürger die Klingeltaste am Gebäude, landen sie direkt bei der Einsatzzentrale in Rosenheim, welche weitere Schritte einleitet. Auch in diesem Fall gab’s anfängliche Abstimmungs-Probleme. Vergangenheit. Grundsätzlich kommt es laut Vize-Chef ohnehin nicht all zu häufig vor, dass nachts Besucher in der Inspektion aufkreuzen.

Das heißt aber nicht, dass die Polizisten eine ruhige Kugel schieben können. Ganz im Gegenteil. Der Jahresbericht 2016 liefert den Beweis. Eine Zahl fällt dabei schwer ins Gewicht: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Straftaten von 850 auf 1680, also um 97,6 Prozent gestiegen. Wie Hauptkommissar Michael Weber noch als eine seiner letzten Amtshandlungen vor seinem Urlaub mitteilt, ist der Zuwachs maßgeblich auf die stark erhöhten Aufgriffe im Zusammenhang mit der Migrationswelle zurückzuführen. Denn auch die Fallzahlen der Bundespolizei werden in der Statistik der PI berücksichtigt. Deutlich zeigt sich der Anstieg bei den Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz. Waren es 2015 noch 438, liegt die Zahl im Folgejahr bei 1213 (plus 176,9 Prozent). Die Mittenwalder Beamten sind davon weniger tangiert. Wenn Bedarf besteht, berichtet Rappensberger, unterstützen sie die Kollegen von der Bundespolizei und der Fahndung.

Was nicht in der Statistik steht, ist die Situation in den Flüchtlingsunterkünften der drei Orte. „Es ist ganz ruhig“, sagt der Stellvertretende Chef. Das habe ihm sogar das Ausländeramt bestätigt.

Zum Alltag gehört Weber zufolge auch die Internetkriminalität. Die Summe der Straftaten – auf hohem Niveau. „Das Deliktsfeld ist reich an Nuancen“, sagt Weber. Insbesondere Angriffe auf PC-Systeme von Unternehmen und auf heimische Netzwerke und der darauffolgende Missbrauch von Passwörtern, Kontodaten et cetera stellen die Beamten vor eine „große Herausforderung“. Erschwerend kommt hinzu, dass die Täter häufig vom Ausland oder einem unbekannten Ort aus agieren.

Bis auf so manch einen Ausschlag in der Statistik verhält sich die Lage im Groben wie in den Vorjahren. Lässt man die Straftaten mit Flüchtlingshintergrund außen vor, stehen unterm Strich stabile Fallzahlen. Die Aufklärungsquote ist sogar um 9,1 Prozent auf 89,5 Prozent gestiegen. Webers Fazit fällt deshalb positiv aus: „Im Oberen Isartal leben, heißt sicher leben.“

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