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Intensive Arbeit: Dirigent Edi Schönach mit seinen Schützlingen bei der Generalprobe.

Open-Air-Konzert in Mittenwald

Premiere: Geigenbauschüler blasen den Marsch

In knapp einer Woche wird‘s ernst: Dann steht das Bläser-Open-Air in der Mittenwalder Geigenbauschule auf dem Programm - eine Premiere.

Mittenwald„Erstmals in unserer Schulgeschichte wird ein symphonisches Blasorchester zu hören und zu sehen sein.“ So steht es im Pressetext der Instrumentenbauschule Mittenwald, die damit ihr Bläser-Open-Air am Mittwoch, 4. Juli, im Schulhof ankündigt. Das klingt schon sehr interessant – und so nutzten auch einige die Möglichkeit, der Generalprobe im Musiksaal beizuwohnen. In dieser galt es für Dirigent Edi Schönach zuerst einmal, alle 34 Musiker und ihre teils ausladenden Instrumente unter Einhaltung einer vorgegebenen Sitzordnung unterzubringen.

Nach Bewältigung dieser Herausforderung folgte mit liebevoller Strenge die Ermahnung des Maestro an seine Schützlinge, ruhig zu sein und sich auf die Probe zu konzentrieren: „Privatgespräche bitte später im Biergarten weiterführen!“ Anschließend konnte mit dem für Bläser so wichtigen Einspielen begonnen werden. Ein lockeres Aufwärmtraining, das Spieler und Instrument auf „Betriebstemperatur“ bringt. Schönach nutzte diese Zeit, um am Klang zu arbeiten. „In der Probe kann man das noch, später im Konzert nicht mehr.“ Daneben forderte er im Hinblick auf Rhythmik, Dynamik, Artikulation und Intonation zur gegenseitiger Kontrolle auf. Denn die jungen Instrumentalisten sollen eine Verbesserung oder Verschlechterung selbst hören und nicht nur darauf angewiesen sein, dem Dirigenten zu glauben.

Beachtenswert und ein Zeichen langjähriger Erfahrung ist es, wie Schönach beim Erarbeiten der doch sehr unterschiedlichen Werke besonders die Dynamik des Orchesters im Verlauf dieser Generalprobe verbesserte. Bewegte dieses sich doch in zu geringen Nuancen. Leise wurde es oft nur, wenn viele Musiker Pause hatten. Und laut war oftmals nicht mehr laut, sondern im Bereich des Krachs.

Vom Kavalleriemarsch bis zu Blasmusikwerken zeitgenössischer Komponisten erstreckte sich die Probenarbeit. Besonders das eher getragene „Momentum“ von Thomas Doss erfordert ein intensives, homogenes Zusammenspiel. Selbst geringste Schwankungen der Tonhöhe werden gnadenlos aufgedeckt – und nie darf der runde Gesamtklang außer Acht gelassen werden. Für die Musiker ganz schön anstrengend – von den Nerven des Dirigenten gar nicht zu sprechen. Respekt und Anerkennung erfährt dieses Projekt neben einheimischen auch aus überregionalen Bläserkreisen. Solch ein großes Ensemble auf die Beine zu stellen, setzt neben viel organisatorischer Arbeit vor allem begeisterungsfähige Musiker voraus. Denn die Probenarbeit findet ja meist in der Freizeit der Schüler statt. 

Termin

Das Bläser-Open-Air-Konzert findet am Mittwoch, 4. Juli, um 18 Uhr im Hof der Geigenbauschule Mittenwald statt. Der Eintritt ist frei. Ausweichtermin bei schlechter Witterung ist der Mittwoch, 11. Juli. Die Besetzungsliste: zwei Flöten, zwei Oboen, sechs Klarinetten, zwei Fagotte, drei Alt- und Tenor-Saxofone, sechs Trompeten, ein Euphonium, ein Bariton, zwei Waldhörner, drei Posaunen, zwei Tuben, drei Schlagwerke und ein Kontrabass.

Klaus-Bernd-Heer

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