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Gestapelte Skier: Rund 600 Paar der Brettl muss das Räumungskommando aus dem Depot tragen.

Räumung ohne Zwischenfälle

Endzeitstimmung bei der Ersten Skischule Mittenwald

Ohne Zwischenfälle ist am Mittwochvormittag das Depot der Ersten Skischule Mittenwald am Bahnhofsareal geräumt worden. Mit dieser Aktion fand ein jahrelang schwelender Rechtsstreit zwischen der Marktgemeinde und der „Roten“ ein unrühmliches Ende.

Mittenwald – Es war bedrückend ruhig gegen acht Uhr morgens am Bahnhofsareal. Jeder der Anwesenden wusste, was bevorsteht. Wirklich wohl fühlte sich offensichtlich keiner bei diesem ultimativen Schritt. Doch es führte kein Weg mehr an der angeordneten Räumung des Depots der Ersten Skischule Mittenwald vorbei.

Lange fackelte man nicht, wollte das Ganze zügig über die Bühne bringen. Um kurz nach Acht wurden die ersten Paletten und Kartons bereitgestellt. Über Stunden hinweg verlud das Räumungskommando Skipaar um Skipaar und Skischuh um Skischuh aus dem Keller des gemeindeeigenen Info-Gebäudes und brachte das Sport-Zubehör weg. Gewissenhaft wurde das gesamte Inventar schriftlich vermerkt. Etwa 600 Paar Leihskier, 1600 Paar Skischuhe und 60 Snowboards musste der Trupp unter der Aufsicht einer Gerichtsvollzieherin aus dem Depot der „Roten“ holen. Augenscheinlich waren es aber wohl weniger Wintersportutensilien. Das gesamte Inventar kommt nun in ein Zwischenlager. „Es ist schade, dass es soweit kommen musste“, kommentierte ein einheimischer Beobachter die Vorgänge.

Auch der Seniorchef der Skischule, Matthias Öckler, war vor Ort. Er befand sich während der Räumung im Gebäude. „Glücklicherweise ist alles ruhig vonstattengegangen“, resümierte Mittenwalds neuer Polizeichef Thomas Holzer. Mit zwei Kollegen rückte er aus, um die Aktion im Auge zu behalten. Die Gerichtsvollzieherin hatte zuvor um Unterstützung seitens der Beamten gebeten. Denn nicht selten verlaufen gerichtlich angeordnete Zwangsräumungen sehr emotional ab. Diese nicht. Kein Streit, keine Eskalation. Alles blieb ruhig.

Doch warum musste es überhaupt so weit kommen? Im Februar 2017 hatte das Landgericht München II der Räumungsklage des Marktes Mittenwald stattgegeben. Ein Vergleich zwischen beiden Parteien war gescheitert, das Oberlandesgericht ließ den Einspruch der Skischule nicht gelten. Wie die Zukunft der „Roten“ aussieht, bleibt vorerst offen. Öckler selbst meinte im Februar vergangenen Jahres, dass er nach der Räumung um die Zukunft der Skischule bangt.

Josef Hornsteiner

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