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Ernste Mienen: Sepp Schandl (l.) und Enrico Corongiu haben sich ein anderes Ergebnis gewünscht.

Am Ende wird‘s doch ein deutliches Ergebnis

Ratsbegehren zum Hallenbad: Aus Verlierern werden Gewinner

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Sie haben diskutiert, teilweise gestritten und argumentiert auf Teufel komm’ raus: die Mittenwalder Hallenbad-Befürworter und -Gegner. Jetzt sprach die Bevölkerung beim Ratsbegehren ein Machtwort. Ein anderes als im Jahr 2017.

Mittenwald – So unterschiedliche Ansichten sie vertreten, ein Wunsch eint am Sonntag alle – ob Hallenbad-Befürworter oder -Gegner: Jeder hofft auf ein klareres Ergebnis als 2017. Nur 17 Stimmen, also 0,2 Prozent, hatten damals den Unterschied gemacht. Für Stefan Schmitz von der Bürgervereinigung nichts Halbes und nichts Ganzes. „Zehn Prozent“, sagt er gut eine Stunde vor der Verkündung des Resultats, „wären gut, damit eine deutliche Tendenz erkennbar ist.“ Kurz nach 20 Uhr steht fest: Die Wahl ist noch eindeutiger ausgefallen. Und vor allem: Das Blatt hat sich gewendet.

Von 3513 Mittenwaldern, die einen gültigen Stimmzettel abgegeben hatten, votierten 1475 Wahlberechtigte (42 Prozent) für den Neubau eines Hallenbads auf dem Nemayer-Gelände, 2004 (57 Prozent) dagegen (siehe unten). Macht summa summarum einen Unterschied von etwa 15 Prozent – und das bei einer geringeren Wahlbeteiligung als vor 15 Monaten (damals: 64,6 Prozent).

Eine genaue Analyse wagt Sepp Schandl (Freie Wähler) nach den für ihn bitteren Minuten der Wahrheit noch nicht. Auch Enrico Corongiu (SPD), der geknickt wirkt, möchte nicht vorschnell Schlüsse ziehen. Viele Faktoren hätten reingespielt, sagt er. Aus Gesprächen weiß er allerdings, dass einige zwar den Bau eines Bades begrüßen würden, allerdings den Standort auf dem Nemayer-Gelände ablehnen. Sowohl der Freie Wähler und der Sozialdemokrat sind deshalb einer Meinung: Die Fragestellung der Ratsbegehren-Initiatoren aus der CSU-Fraktion sei „geschickt“ gewählt gewesen. Sie beinhaltete explizit dieses Areal und das Raumkonzept. Ob ihre Parteien nachtarocken werden und nach Ablauf der Frist ein drittes Votum zu dem Thema anstreben, bleibt offen. Tendenz: eher nein. „Das Ergebnis sagt einiges“, betont Schandl. „Es wird wohl nichts Weiteres kommen.“

Wie es sich anfühlt, zu verlieren, weiß Adolf Hornsteiner (CSU) nur zu gut. Jetzt steht er auf der Gewinner-Seite. Und ist überaus froh darüber. Der Bürgermeister bleibt dabei: Das Ratsbegehren und somit die zweite Chance für die Bevölkerung, ihren Willen zum Ausdruck zu bringen, „war der richtige Weg“. Schließlich sei das Hallenbad ein Projekt, dass „mindestens ein Vierteljahrhundert in die Entwicklung des Ortes eingreift“.

Neben dem deutlichen Ergebnis, auf das auch er hoffte, kommt noch ein Wunsch hinzu: dass die Gräben, die durch die letzte Entscheidung entstanden seien, zugeschüttet werden – und nun alle an einem Strang ziehen.

Das Ergebnis: 

Ja-Stimmen (für Neubau): 1475 (42 Prozent) – Nein-Stimmen (gegen Neubau): 2004 (57 Prozent) – ungültige Stimmen: 34 (1 Prozent) – zurückgewiesene Stimmen: 131 – gültige Stimmen: 3513. Wahlbeteiligung: 58,4 Prozent (3644 von 6241 Stimmen).

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