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Nemayer-Areal: Hier soll das neue Hallenbad entstehen.

Befürworter üben weiter Kritik 

Ratsbegehren zum Hallenbad: CSU im Fadenkreuz

  • vonChristof Schnürer
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Noch etwa zwei Wochen, dann haben die Mittenwalder ein zweites Mal über den Bau beziehungsweise Nichtbau eines Hallenbads abgestimmt. Die Befürworter dieser Freizeitanlage werfen nun der CSU, die dieses Ratsbegehren auf den Weg gebracht hat, „undemokratisches Handeln“ vor.

Mittenwald – Für Armin Görlich gibt es „keine neuen Fakten“. Deshalb steht für den einstigen Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“ fest: „Die CSU handelt mit dem Ratsbegehren aus meiner Sicht undemokratisch.“ Der Ton 16 Tage vor der ultimativen Entscheidung wird also deftiger in Mittenwald.

Armin Görlich spricht dem Ratbegehrenjegliche Grundlage ab. 

6300 Stimmberechtigte können bis Sonntag, 10. Juni, 18 Uhr, per Briefwahl votieren, ob sie nun ein Hallenbad für mindestens zehn Millionen Euro auf dem ehemaligen Nemayer-Grundstück realisiert haben möchten oder nicht. Dass es soweit gekommen ist, liegt an der Bürgermeister-ParteiCSU, die Ende April die Zulassung ihres Ratsbegehrens angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Marktgemeinderat locker durchboxte. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Schwarzen den Bürgerentscheid vom Februar 2017 – 50,2 Prozent pro, 49,8 Prozent contra Hallenbad – revidieren möchten. Offen aussprechen tut das keiner – außer vielleicht Stefan Schmitz (Bürgervereinigung), der keine Gelegenheit auslässt, gegen das „Plansch-Badele“ zu opponieren.

Ganz anders argumentieren die SPD und dieFreien Wähler, die sich in die Phalanx der Hallenbad-Befürworter einreihen. „Die derzeitige Faktenlage rechtfertigt keinen weiteren Bürgerentscheid“, teilen die beiden Gruppierungen in ihrem gemeinsam verfassten Flyer mit. Weil Kosten, Standort und Größe schon beim Plebiszit 2017 bekannt gewesen seien. Falls der Souverän noch einmal pro Hallenbad votiert, schlagen Freie Wähler und SPD einen Architekten-Wettbewerb vor, der „Planungs- und Kostensicherheit schafft“.

Armin Görlich würde dem sicher nicht widersprechen. Stattdessen kritisiert er Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU), der nach Bürgerentscheid eins konstruktive Zusammenarbeit beim Hallenbad-Bau signalisierte („Pack’ mas’ o“), um ein Jahr später für ein Anti-Bad-Ratsbegehren zu stimmen. „Da kann der Erste Bürgermeister Hornsteiner noch so viele Claqueure vorschicken, nagt es doch an der Autorität und der Glaubwürdigkeit am Amt des Ersten Bürgermeisters“, moniert Görlich. Auch die Einschätzung der CSU, die Schließung des Karwendelbads (November 2016) habe keine negativen Folgen für den Tourismus, teilt der ehemalige Initiativensprecher nicht. „Heute zu behaupten, es hat keine Auswirkungen, und die Gäste fahren gerne in andere Orte zum Baden oder Saunieren, ist sehr mutig und nicht zu belegen.“

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