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Die Bombe platzte im Gemeinderat.

Dauer-Streitthema in Mittenwald 

CSU lässt Bombe platzen: Kommt ein Ratsbegehren zum Schwimmbad?

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Es ist in Mittenwald das Politikum schlechthin: Doch nun wird das Reizthema um eine Facette reicher. Beim strittigen Neubau des Hallenbads möchte die Bürgermeister-Partei ein weiteres Mal den Bürger fragen.

Mittenwald – Es lag im Vorfeld der Mittenwalder Marktgemeinderats-Sitzung förmlich in der Luft. Wohl auch deshalb kämpften knapp 50 Zuschauer im beengten Ägidius-Jais-Saal des Mittenwalder Rathauses am Dienstag um die besten Plätze. Und tatsächlich: Die Bombe platzte unter dem Punkt Sonstiges am Ende der öffentlichen Aussprache.

Nachdem zuvor zum viel diskutierten Hallenbad-Neubau belastbare Zahlen und Fakten auf den Tisch gekommen waren und sowohl das Raumprogramm als auch der Standort mit großer Mehrheit (17:1) abgesegnet wurden, ergriff CSU-Fraktionsvorsitzende Regina Hornsteiner mit bedeutungsschwerem Blick das Wort. Einen Moment später hatte sie bei Befürwortern eines neuen Planschtempels das Unwort schlechthin ausgesprochen: Ratsbegehren.

Angesichts der kalkulierten Baukosten (zehn Millionen Euro) und des zu erwartenden Jahresdefizits im hohen sechsstelligen Bereich solle man „noch einmal den Bürger fragen“, ob er ein solches Projekt tatsächlich will. Kaum hatte Hornsteiner die Stellungnahme der CSU vorgetragen, ging ein Raunen durchs Publikum. Die fünf Vertreter der Freien Wähler, die seit Schließung des Karwendelbads (November 2016) vehement für einen Ersatzbau kämpfen, indes schüttelten fassungslos den Kopf. Dann meldete sich deren Fraktionssprecher Georg Seitz zu Wort. „Jetzt stimmen wir so oft ab, bis der CSU endlich das Ergebnis passt“, zischte er hochgeladen zur Bürgermeister-Partei hinüber, die bekanntlich aus Kostengründen im Vorfeld des Plebiszits versucht hatte, eine neue Freizeitanlage zu verhindern.Beim Bürgerentscheid im Februar 2017 waren die Schwarzen damit knapp gegen die Hallenbad-Initiative unterlegen (50,2 zu 49,8 Prozent).

Den Vorwurf, schlechte Verlierer zu sein, versuchte Kurt Stransky (CSU) zu entkräften. „Es ist doch ein Zeichen der Fairness, den Bürger noch einmal zu fragen.“ Zumal die Bindungsfrist an den Bürgerentscheid vor wenigen Wochen verstrichen sei. „Das ist rechtlich zwar möglich, aber es erscheint mir dennoch komisch“, konterte Rudi Rauch, der sich mit seinem SPD-Fraktionskollegen Enrico Corongiu ebenfalls in die überparteiliche Pro-Hallenbad-Fraktion einreiht.

In Kürze will die CSU ihren Antrag einreichen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse besteht kein Zweifel, dass das Ratsbegehren vom Gemeinderat auf den Weg gebracht wird.

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