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Justitia hat der Gemeinde recht gegeben.

Räumungsklage des Markts Mittenwald stattgegeben 

„Rote“ müssen raus

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Die Erste Skischule muss raus aus dem Ort. Das hat am Freitag das Landgericht München II entschieden. Es gab der Räumungsklage des Marktes Mittenwald statt. Die „Roten“ wollen gegen die Entscheidung Berufung vor dem Oberlandesgericht einlegen.

Mittenwald/München – Seit 25 Jahren ist in Mittenwald die Erste Skischule am Bahnhofplatz beheimatet – mit Informationsbüro, 600 Paar Leihskiern, 1600 Paar Skischuhen, Stöcken und etwa 60 Snowboards. Doch im Januar vergangenen Jahres flatterte den „Roten“, wie das Traditionsunternehmen aufgrund ihrer Skibekleidung im Volksmund genannt wird, ein Kündigungsschreiben ins Haus. Ausgestellt von der Marktgemeinde Mittenwald. Zum 30. Juni sollte die Skischule ausziehen.

Der Seniorchef (75) witterte eine Verschwörung hinter der Kündigung. Offenbar solle seinem ärgsten Konkurrenten im Ort ein gemachtes Nest geboten werden, nachdem der Chef der „Blauen“ aus seinem Quartier, der Sportbar, ausziehen müsse, mutmaßte der Chef der „Roten“ am Rand des Zivilprozesses vor dem Landgericht München II. „Wir sind tot, wenn wir da rausmüssen“, sorgte sich der Skischulchef um die Zukunft seines Betriebs.

Zehn Jahre habe es gedauert, bis sich die Menschen an den Umzug aus dem Gries an den Bahnhofplatz gewohnt hätten, argumentierte er weiter. „Ich weiß nicht, was der Bürgermeister gegen mich und meine Familie hat. Vielleicht will er, dass wir in die Nachbargemeinde ziehen“, sagte der 75-Jährige vor Gericht. Dessen Familie betreibt neben dem Wintergeschäft mit dem Skifahren einen großen Fliesenhandel.

Bürgermeister Adolf Hornsteiner erwiderte, dass er seit dem 1. Mai 2008, als er Bürgermeister geworden sei, einen klaren Auftrag habe, das Mietverhältnis aufzulösen. Ihm zufolge soll es für die Skischul-Räumlichkeiten eine ordentliche Ausschreibung gegeben haben. Der Skischulchef bestreitet dies, es habe allenfalls eine Bekanntmachung gegeben. Der Vorsitzende Richter zeigte großes Verständnis für die Verärgerung des beklagten Skischulleiters. Doch das Gericht sei „nicht die Stelle, wo Sie die Verärgerung loswerden können“, sagte er.

Um das Lebenswerk des Chefs der „Roten“ zu würdigen, schlug er allen Beteiligten folgenden Vergleich vor: Bis zum Saisonschluss darf die Erste Skischule noch am Bahnhofplatz bleiben, außerdem zahlt der Markt Mittenwald eine Abfindung in Höhe von 5000 Euro.

Bürgermeister Hornsteiner zeigte sich damit einverstanden, doch der Anwalt der Skischule, Leo Schmidt, setzte nach Rücksprache mit seinem Mandanten noch einen drauf: Er forderte im Rahmen des sogenannten Konkurrenten-Schutzes, dass die nächsten drei bis fünf Jahre das Informationsgebäude nicht an einen Konkurrenten vermietet werden dürfe.

„Das machen wir nicht mit“, entschied Bürgermeister Hornsteiner spontan. „Wir sind immer diskriminiert worden“, ereiferte sich der Skischulchef, „und dann kommt die Konkurrenz zum Zug. Das ist der Todesstoß“, schimpfte er. Der Richter nahm daraufhin seinen Vergleichsvorschlag zurück und fällte das Urteil.

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