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Die Gründer des Fördervereins Saitenstraßen: (v. l.) Erster Vorsitzender Hansjörg Zahler (Bürgermeister Wallgau), Adolf Hornsteiner (Bürgermeister Mittenwald), Kassierin Sabrina Blandau (Alpenwelt Karwendel), Zweite Vorsitzende Constanze Werner (Geigenbaumuseum Mittenwald), Carsten Gerhard, Thomas Schwarzenberger (Bürgermeister Krün) und Schriftführer Jürgen Wiesneth. 

Volksmusik-Projekt

„Saitenstraßen“: Das Isartal als große Bühne

Straßen verbinden Menschen – genau wie die Musik. Einen besseren Namen wie „Saitenstraßen“ hätte der neu gegründete Förderverein gar nicht wählen können. Er wird im kommenden Jahr das gleichnamige Volksmusik-Festival im Isartal austragen.

Mittenwald – Wenn Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) seine Zither auspackt und die ersten Saiten zupft, ist er in seinem Element. Während des Bozner Markts hatte er eine Vision, als er auf die große Bühne in der Hochstraße blickte. Überall wurde musiziert, getrunken und getanzt vor dem Karwendelgebirge. „Das würde doch auch mit Volksmusik funktionieren“, dachte er sich.

Aus der ursprünglichen Idee wurde nun ein Gemeinschaftsprojekt. „Wallgau, Krün und Mittenwald arbeiten wieder zusammen“, erklärt Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU). Vergangenes Jahr trafen sich dann die drei Orts-Chefs. Das erklärte Ziel ist es, das Isartal zu einer einzigen großen Bühne der traditionellen Volksmusik zu machen. Mit Dr. Carsten Gerhard wurde renommierte Unterstützung mit ins Boot geholt. Der Musik-Wissenschaftler (Kulturmarketing München) erarbeitete ein einmaliges Konzept für die Alpenwelt Karwendel. Herausgekommen sei „ein Alleinstellungsmerkmal“, wie Bürgermeister Hornsteiner betont.

In den Vordergrund sollen die unzähligen jungen und talentierten Musikgruppen gerückt werden, die in den vergangenen Jahren wie Schwammerl aus dem Boden geschossen sind. „Bald gehen euch die Berggipfel aus, mit denen ihr sie benennen könnt“, meinte schon im vergangenen Jahr schmunzelnd ein volksmusikbegeisterter Gast aus Hamburg während eines Heimatabends. Doch gespielt wird nur selten auf Termindruck. Wirtshaus-Musik kann nicht erzwungen werden, wie Vollblut-Musikant Hornsteiner weiß. „Deshalb wird es nur ein grobes Rahmenprogramm geben mit namhaften Volksmusik-Gruppen“, erläutert Gerhard sein Konzept. Der Rest soll sich einfach ergeben und von alleine wachsen – wie eine volksmusikalische Blume, die vier Tage lang im Isartal blüht.

So dürfen vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 bei der Premiere des „Saitenstraßen“-Festivals sämtliche Vertreter der Volksmusik aus nah und fern auftreten. Das Wichtigste allerdings: „Es muss echt und authentisch sein“, sagt Gerhard.

Das Festival in Zahlen bedeutet, dass etwa 300 Musikanten aus dem Isartal, aus Bayern, Tirol und sogar aus Tschechien und Italien für mindestens 200 Stunden Volksmusik sorgen werden. Im Zentrum von Mittenwald, Krün und Wallgau werden voraussichtlich zehn Bühnen aufgebaut.

Ein „Budenmarkt“ sorgt für Verköstigung, außerdem sollen Workshops rund um die Musik sowie für den in Mittenwald bekannten Instrumentenbau angeboten werden. Grundsätzlich herrscht freier Eintritt. „Lediglich bei den Hauptbühnen in der Kuranlage Puit in Mittenwald, am Kurhaus Krün sowie am Haus des Gastes in Wallgau wird ein Festival-Pass von neun Euro fällig“, berichtet Zahler. Er wurde zum Vorsitzender gewählt und tauscht turnusgemäß jedes Jahr mit den anderen beiden Bürgermeistern. Ein Shuttle-Service bringt Musik-Fans von einem Ort in den anderen. Auch im Geigenbaumuseum werden unter anderem Ausstellungen rund um die alpenländischen Instrumente angeboten.

Nun braucht es viele fleißige Hände, die dem neu gegründeten Trägerverein Saitenstraßen beitragsfrei beitreten und ihn unterstützen wollen, sowie Musikanten. Diese können sich bei den Tourist-Informationen anmelden.

Josef Hornsteiner

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