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Der Chef geht voran: Hirte Peppi Hornsteiner (r.) führt seine 500 Schafe mit (v.l.) Andreas Strodl, Michael Seitz und Florian Hornsteiner durch Mittenwald zum Schafstadel hinauf.

Der Almsommer ist vorbei

Schafabtrieb in Mittenwald: Ein blökender Umzug marschiert durch den Ort

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Sie sind wieder sicher im Tal, der Almsommer hat sein glückliches Ende gefunden. Am Wochenende wurden 500 Mittenwalder Bergschafe wieder ihren Besitzern übergeben. Hirte Peppi Hornsteiner zieht ein äußerst positives Fazit.

Mittenwald – Die Mittenwalder Hirten sind heuer pünktlich wie die Maurer. Während die mächtigen Glocken im Kirchturm der St. Peter-und-Paul-Kirche das Mittagsläuten im Ort verkünden, stimmen zeitgleich hunderte weitere kleine Glöckchen in das prächtige Geläut mit ein. Um Schlag zwölf Uhr ziehen mehr als 500 Schafe durch den Mittenwalder Ortskern.

Tags zuvor haben sich Hirte Peppi Hornsteiner und seine Helfer bereits an der Rehbergalm verabredet. Die Wiesen des Rehbergs waren die letzte Station dieses Weidesommers für die Tiere. Noch einmal zählten die Hirten durch, um alle Schafe vollzählig ins Tal zu bringen.

Für Blitzlichtgewitter beim Abtrieb sorgen hunderte Schaulustige, die wie hier die Straße im ältesten Ortsteil Gries säumen.

Samstagfrüh war es dann soweit. Die Hirten schliefen oben auf der Rehbergalm und begannen morgens mit dem Abstieg. Eine kurze Verschnaufpause legte der Tross an den Bundeswehr-Kasernen ein, ehe es über die Bundesstraße nach Mittenwald ging.

Silvester Noder versorgt die Gäste mit Herzhaftem.

Dort säumten hunderte Besucher bereits seit Stunden die Hochstraße und die Gassen im ältesten Ortsteil Gries. Handys wurden startklar gemacht, Camcorder auf Stative geschraubt. Ein regelrechtes Blitzlichtgewitter tobte, als die weißen und schwarzen Tiere von rund 30 Helfern durch den Ort getrieben wurden. Als diese dann gegen Nachmittag endlich den Schafstadel in der Nähe der Gröblalm erreichten, machte sich Erleichtung bei Hirte Peppi Hornsteiner breit. Wieder hat er einen Almsommer bravourös gemeistert. Wieder hielten sich die Verluste in Grenzen. Gefeiert wurde deshalb mit herzhaftem Kesselfleisch und Würschtl am Schafstadel.

Am Sonntag ging es für die meisten Schafhalter recht früh aus den Federn. Ab 8 Uhr konnten sie ihre Tiere entweder am Schafstadel holen oder prämieren lassen. Für die 38 Besitzer ist das ein Feiertag. Nur mehr die Lämmer bleiben jetzt noch in der Obhut von Hornsteiner. Sie grasen nun am Lautersee. „Dort springen dann 20 bis 30 kleine Lamperl rum.“ Mitte Oktober geht es dann auch für sie in den Stall. Den haben 15 der heuer im Sommer geborenen Lämmchen noch gar nicht gesehen.

Im nächsten Jahr werden dann wieder an Johanni, also Ende Juni, die Tiere unter anderem ins Dammkar-Gebiet, auf die Wiesen rund um die Rehbergalm sowie auf die Bärenalp (wir berichteten) getrieben. Mit der Rückkehr der Schafe ist nun auch der zweite von insgesamt fünf Almabtrieben im Isartal erfreulich zu Ende gegangen. Nächste Woche geht es weiter mit den Kühen in Mittenwald und Krün.

Blökender Umzug: Bilder vom großen Schafabtrieb in Mittenwald

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