Maschkera werden auf dem Mühlrad gezogen
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In Mittenwald werden Maschkera am Unsinnigen Donnerstag auf dem Mühlrad durch den Obermarkt gezogen.

Verunsicherung nach Aussage des Bundesgesundheitsministers

Maschkera müssen zittern: Fasching 2021 wegen Corona in Gefahr

  • vonMarco Blanco-Ucles
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Ob nun der Bergwachtball in Bad Kohlgrub, das Murnauer Fasnachtstreiben oder der Unsinnige Donnerstag in Mittenwald: Im Landkreis wird im Fasching ausgelassen gefeiert. Doch in Corona-Zeiten ist das schwer vorstellbar. Die Sorgen der Veranstalter sind groß.

  • Gungl, Umzüge und Feiern sind im Fasching im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Tradition.
  • Ob die Faschingsveranstaltungen im Jahr 2021 stattfinden können, ist wegen Corona noch unklar.
  • Die Verantwortlichen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen warten auf Antworten der Politik.

Landkreis – Die Corona-Pandemie hat vieles verändert. Feste mit tausenden Menschen auf engstem Raum, die miteinander trinken und singen? Undenkbar. In der großen Politik wird bereits laut darüber nachgedacht, alle Faschingsveranstaltungen der kommenden Saison abzusagen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vertritt in dieser Debatte eine klare Meinung: „Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es.“

Fasching: Hygiene-Bestimmungen einzuhalten, ist fast unmöglich

Was bundesweit die Städte Köln, Mainz und Düsseldorf sind, ist für den Landkreis die Gemeinde Mittenwald: die Faschingshochburg schlechthin. Ob beim Unsinnigen Donnerstag, beim Gungl oder beim Fasnachtstreiben: In der närrischen Zeit zwischen Dreikönigstag und Aschermittwoch verwandelt sich der 7400-Einwohner-Ort in eine einzige, feucht-fröhliche Feier, teilweise mit tausenden Touristen. Unterm Karwendel kann man guten Gewissens von der viel zitierten „fünften Jahreszeit“ sprechen. Ein Jahr ohne Fasching in Mittenwald? Für Franz Lipp, Vorstand des Gebirgs-Trachten-Vereins, ein nicht auszumalendes Szenario: „Ganz ehrlich, das ist für mich unvorstellbar!“, sagt er. Und dennoch: Veranstaltungen zur Faschingszeit unter Einhaltung von Hygieneregeln hält er aktuell schlicht für „nicht durchführbar“. Einer der Besonderheiten der Maschkera ist es, dass die Männer unter ihren Holzlarven unerkannt bleiben während der Festivitäten. Infektionsketten nachzuverfolgen und Kontaktdaten der anwesenden Personen aufzunehmen, dürfte angesichts dieser Umstände schwierig werden.

Wie Lipp sieht auch Nikos Lotos, Vorsitzender des TSV Murnau, die Faschingsfeste unter den aktuell geltenden Vorschriften für nicht möglich. „Das geht einfach nicht! Die Leute trinken und tanzen. Wie soll da der nötige Abstand gehalten werden?“, fragt er sich. In der Turnhalle des Vereins finden üblicherweise drei legendäre Bälle statt. Einen davon organisiert die Handballabteilung des Vereins. Sie würde ein Ausfall besonders hart treffen. „Der Faschingsball ist die Haupteinnahmequelle unserer Handballer, es würde viel Geld in der Kasse fehlen“, betont Lotos. Noch aber hofft der Vorsitzende, dass sich die Situation bessert: „Wir haben die Halle aktuell noch für alle drei Termine gebucht.“

Bergwachtball-Mitorganisator sieht schwarz

Die Murnauer Trachtler organisieren jährlich das Fasnachtstreiben in der Staffelsee-Gemeinde. Der Erste Vorsitzende, Johannes Köglmayr, hofft auf baldige Signale aus der Politik: „Wir müssen abwarten. Die Staatsregierung gibt den Ton an.“ Er warnt davor, alle Faschingsfeiern über einen Kamm zu scheren. Vielmehr müsse man sie „individuell bewerten.“

In Bad Kohlgrub findet immer am Rußigen Freitag der Bergwachtball statt. Mitorganisator Franz Urbin sieht für kommende Saison allerdings schwarz: „Nach allem, was man so hört, sieht es schlecht aus. Wir warten ab, was die Politik entscheidet.“

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