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Weiße Massen, wohin das Auge reicht: In eine tiefverschneite Winderlandschaft hat sich der Elmauer Weg in Mittenwald verwandelt. Mit Bulldogs samt Anhängern wird versucht, den Schnee aus dem Wohngebiet herauszubringen.
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Gefangen ist dieser VW-Bus an seinem Parkplatz in Krün.
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Schneeberge hoch wie Verkehrsschilder türmen sich im Mittenwalder Obermarkt.
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Ununterbrochen wird Schnee in die Depots gefahren.
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Schaufeln, schaufeln, schaufeln ist an der Mittenwalder Alpenkorpsstraße angesagt.
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Ja, wo ist er denn, der Briefkasten? Meterhoch liegt am Geroldsee der Schnee.

Einsatzkräfte rund um die Uhr im Einsatz

Schneeräumen in Mittenwald: Jetzt bekommen manche Bürger einen Rüffel aus dem Rathaus

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Es ist eine Sisyphosarbeit für das Räum-Personal: Hört es an einer Stelle auf, kann es schon wieder von vorne beginnen. Durch den andauernden Schneefall verschärft sich die Lage vor allem in Mittenwald zusehends. Erst recht, weil Bürger das weiße Gold auf die Straßen schaufeln. Der Vize-Bürgermeister findet das uneinsichtig.

Mittenwald – Er wird nicht gerne grantig. Am Mittwochmorgen hat es Gerhard Schöner die Laune aber ordentlich verhagelt. Der Vize-Bürgermeister von Mittenwald, der derzeit den im Urlaub weilenden Adolf Hornsteiner vertritt, beobachtete, wie ein Einheimischer gerade Schnee wieder auf die Straße schob. Und das, obwohl die Gemeinde aufgrund der Massen im Ort fast schon an die Grenzen stößt, die Wege freizuhalten. Deshalb appelliert der Rathauschef an die Bürger, dies zu unterlassen. „Der Schnee soll auf dem eigenen Grundstück bleiben.“

Im gesamten Isartal türmen sich die Schneehaufen, meterhoch sind Flächen bedeckt. Durch weiße Mauern führen die Wege. Mittenwald mit seinem zum Teil engen Passagen wie im Ortsteil Gries hat damit mächtig zu kämpfen. Seit Tagen sind 23 Bauhofmitarbeiter, acht Externe und die Feuerwehr toujours im Einsatz, um die öffentlichen Straßen zu räumen und den Schnee in die Depots an der Ladestraße oder am ehemaligen Schwimmbad zu transportieren. Die Bediensteten des Markts stellen ihre Privat-Pkw mit Anhängern zur Verfügung. Am Dienstag hat die Feuerwehr-Kameraden noch etwa 30 Bäume an der Schmalenseestraße weggeschnitten, berichtet Schöner, damit diese befahrbar bleibt. „Sie waten ehrenamtlich im tiefen Schnee herum.“ Weitere Hilfe wurde bereits angefordert. Am Donnerstag soll es Unterstützung vonseiten der Bundeswehr geben.

„Bitterböse“ E-Mails an die Gemeinde

Trotzdem gibt es Beschwerden. Mittenwalder klagen über die Schlaglöcher, Rinnen und Rillen, in denen sie mit den Autos hin- und herrutschen. Sie finden, dass das Räumen in Krün und Wallgau besser läuft. Schöner erhält viele „bitterböse“ E-Mails mit solchen Vorwürfen. Und hat überhaupt kein Verständnis dafür. Erst recht nicht für wüste Beschimpfungen, obwohl sich die Einsatzkräfte „den Hintern aufreißen und seit 3 Uhr auf den Beinen sind“. Er wünscht sich von den Bürgern, dass sie mehr Rücksicht nehmen, mithelfen in diesem Ausnahmezustand. Krampfhaft bemühe sich die Kommune, alles aufrecht zu erhalten. Das Ortsstraßennetz mit seinen rund 60 Kilometern sowie die Wanderwege mit insgesamt 40 Kilometern.

Noch kommt man überall hin, zum Teil aber nur noch einspurig. Doch die andauernden Schneefälle verschärfen die ohnehin angespannte Situation. „Wenn das so weitergeht“, betont Schöner, „könnte es sein, dass wir Prioritäten setzen müssen.“ Heißt: Die Gemeinde legt den Fokus auf bestimmte Straßen, die in erster Linie geräumt oder gefräst werden. Vor allem, um die Befahrbarkeit der Rettungswege sicherzustellen. In manchen Bereichen sei es bereits unmöglich, „noch mit einem Schieber reinzukommen“, erzählt der Vize-Bürgermeister. Zu viel Schnee, zu enge Straße.

Straße über Leutasch nun auch gesperrt

Auch außerhalb des Orts gibt es keine Entspannung. Im Gegenteil: Die Staatsstraße 2042 von Mittenwald bis zur Grenze bei Scharnitz blieb wegen akuter Lawinengefahr geschlossen, am Nachmittag musste aus demselben Grund auch die Ausweichroute über Leutasch dicht gemacht werden. Ebenso verkehrt weiterhin keine Bahn nach Seefeld.

Im Karwendel gab es wieder eine kontrollierte Sprengung:


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