Rund um die Uhr im Einsatz: Hanna Veit und Hermann Baier waren auch 2012 für das Organisationskomitee unterwegs. Am kommenden Dienstag berichten die beiden Rathaus-Angestellten dem Gemeinderat über ihre Erfahrungen.
+
Rund um die Uhr im Einsatz: Hanna Veit und Hermann Baier waren auch 2012 für das Organisationskomitee unterwegs. Am kommenden Dienstag berichten die beiden Rathaus-Angestellten dem Gemeinderat über ihre Erfahrungen.

Wie geht‘s weiter?

Bozner Markt: Jetzt fällt die Entscheidung über das Historien-Spektakel 2022 - CSU fordert weitere Infos

  • vonChristof Schnürer
    schließen

Schwarze Blitzoffensive: In der nächsten Gemeinderatssitzung in Mittenwald soll ein Grundsatzbeschluss getroffen werden, ob der Bozner Markt 2022 stattfinden soll. Das reicht der CSU-Fraktion nicht.

Mittenwald – Noch knapp 17 Monate wären es, falls der Bozner Markt turnusgemäß tatsächlich im August 2022 stattfinden könnte. Verdammt wenig Spielraum, um ein Publikumsspektakel dieser Größenordnung zu organisieren. In normalen Zeiten würden die Vorbereitungen bereits seit Monaten laufen. Sehr viel Konjunktiv steckt Stand heute in der hochbrisanten Sache, die am Dienstag (2. März) im Marktgemeinderat zum wiederholten Mal angepackt wird. Diesmal möchte das 21er-Gremium einen Grundsatzbeschluss zur weiteren Vorgehensweise treffen.

„Die Unterlagen sind soweit erstellt“, teilt Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) mit. Doch das reicht der mit Abstand größten Fraktion im Gemeinderat keineswegs: „Wir beantragen die schnellstmögliche Einholung eines Angebots für die Erstellung eines Sicherheitskonzepts“, lässt die Mittenwalder CSU via Facebook wissen. Was genau hinter dieser Blitzoffensive steckt, erläutert Fraktionssprecherin Regina Hornsteiner. Ihr zufolge solle ein privater Sicherheitsdienst eine Kostenaufstellung liefern. „Das wird was kosten“, weiß Hornsteiner, „aber wir möchten, dass der Gemeinderat den Auftrag erteilt.“ Denn die Schwarzen wollen bei ihrer Meinungsbildung wissen, „von was man überhaupt redet“. Denn trotz aller Corona-Fragezeichen steht für Hornsteiner und ihre neunköpfige Fraktion fest: „Wir möchten trotzdem, dass die Planungen weitergehen.“

Bürgermeister bleibt bei seiner Meinung

Das CSU-Gesuch ist selbstredend beim Bürgermeister auf dem Schreibtisch gelandet. Was er davon hält? „Da hat jeder seine Wünsche“, drückt sich Corongiu spürbar unverbindlich aus. An seiner grundlegenden Meinung hat sich gegenüber der jüngsten Sitzung nichts geändert. „Ich vertrete nach wie vor den Standpunkt, dass ein Bozner Markt für 2022 nicht realisierbar ist.“ Der Sozialdemokrat empfiehlt – und das wird er vermutlich auch am kommenden Donnerstag tun – eine Verlegung des Historienspektakels auf das Jahr 2024. Corongiu verweist in diesem Kontext auf nicht unwesentliche Summen, die im Vorfeld einer solchen Großveranstaltung bereits in diesem Haushaltsjahr investiert werden müssten. „Am Ende bleiben wir auf 300 000 Euro sitzen.“

Klärungsbedarf gibt es schon zum Aufgalopp der Gemeinderatssitzung. Die langjährigen Mitorganisatoren der Marktgemeinde, Hermann Baier (Amtsleiter) und Hanna Veit (Bürgermeister-Sekretärin), schildern in großer Runde ihre Erfahrungen aus zahlreichen vergangenen Marktwochen – allerdings im nicht-öffentlichen Teil der Ratsversammlung.

„Es sind halt Punkte drin, die von der Gemeindeordnung nicht abgedeckt sind“, rechtfertigt sich Corongiu, wohlwissend, dass in dem Vortrag – wie zuletzt während der Fraktionssprecher-Runde – viel Erhellendes für die Bürger drin steckt. Doch den Belangen Dritter müsse schlicht und ergreifend Rechnung getragen werden. „Dieses Recht müssen wir akzeptieren“, hält der Bürgermeister an seiner Meinung fest.

Ob diese in puncto Verlegung des Bozner Markts auch mehrheitsfähig ist? Die Antwort gibt die Dienstagsaussprache.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare