Verletzung auskuriert: Tierpfleger Wolfgang Auer (l.) vom Alpenzoo Innsbruck übergibt den gesund gepflegten Habicht an Maximilian Kastenberger, den Vorsitzenden des Mittenwalder Tierschutzvereins. Nur wenig später wird der Greifvogel wieder über seinem Heimatgebiet im Oberen Isartal schweben. foto: fkn

Auf den Schwingen der Freiheit

Mittenwald - Einen verletzten Habicht fängt man nicht alle Tage. Maximilian Kastenberger hat’s geschafft. Und nicht nur das.

Angefangen hat alles noch im alten Jahr: Am Silvester-Nachmittag läutet bei Maximilian Kastenberger das Telefon. Am anderen Ende ein Mittenwalder: „In unserem Garten liegt ein Habicht, der nicht mehr fliegen kann.“ Kastenberger, seit vier Jahren Vorsitzender des Tierschutzvereins Mittenwald, sieht sich natürlich in der Pflicht und zieht los. Bei seinem Eintreffen schildern ihm die Bewohner, der Habicht hätte zuvor eine Amsel getötet und sich dabei schwer verletzt. Schließlich gelingt es dem Tierschützer, nachdem er über etliche Zäune geklettert ist, den Wildvogel einzufangen. Den Habicht, den ein schlimm malträtiertes linkes Bein plagt, bringt der Isartaler sofort zum Tierarzt.

Dieser regt an, den inzwischen sogar gelähmten Vogel zur Weiterbehandlung in die Tierklinik des Alpenzoos Innsbruck zu bringen. Kastenberger liefert ihn dort umgehend ab. „Nach dreiwöchiger professioneller Therapie war der Habicht wieder topfit“, berichtet Kastenberger. Auch die Lähmung verschwand vollends. „Ich durfte ihn in seinem gewohnten Revier in Mittenwald wieder in die Freiheit entlassen.“

Zuvor hatte er den Greifvogel in eine Kiste gepackt und so zurück ins Obere Isartal gebracht. Was Kastenberger besonders freut: „Dass er alles so gut überstanden hat. Denn die meisten verletzten Greifvögel werden dabei so extrem schwach, dass man sie, wenn überhaupt, nicht so schnell wieder in die Freiheit entlassen kann.“ Ein weiteres Plus sei die hervorragende Arbeit des Alpenzoos gewesen. „Die Tiroler sind absolute Profis und freuen sich, wenn sie helfen können. Für uns haben sie sich außerdem völlig kostenlos eingesetzt.“ hä

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