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Die zwei haben’s drauf: Josef Nebel (vorne) auf den Pferden Robby und Rocky und Christian Hornsteiner auf Nira und Florenz sind mit ihrer waghalsigen Nummer die viel beklatschte Attraktion in der gut gefüllten Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart.

Show-Act bei den German Masters

„Wuide Hund“ mit zwei PS: Mittenwalder erobern Stuttgart

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Eine Bomben-Show hat die Oberländer Reitertruppe bei den German Masters in Stuttgart abgeliefert. Hoch zu Ross waren auch zwei Mittenwalder.

Stuttgart/Mittenwald – Als Peter Lerch und ein Spezl vor ein paar Jahren die Idee zur Oberländer Reitertruppe hatten, war deren einzige Frage: „Wo san a paar wuide Hund?“ Die beiden wurden im gesamten Voralpenland fündig – auch in Mittenwald. Dort haben Josef Nebel (Stani-Seppi) und Christian Hornsteiner (Zegl) an Pferden regelrecht einen Narren gefressen. Perfekte Voraussetzung also für akrobatische Nummern hoch zu Ross. Ihre Fähigkeiten mit zwei PS und sogar mehr durften die waghalsigen Burschen aus dem Isartal nun vor großem Publikum zeigen – im Showteil der German Masters in Stuttgart.

Das ist nicht irgendeine Hottehü-Veranstaltung, sondern Europas größtes Hallen-Reitturnier mit saftigen Preisgeldern. Die Crème de la Crème der Pferde-Profis geht dort an den Start. An fünf Turniertagen ist die Hanns-Martin-Schleyer-Halle – Fassungsvermögen 15 500 Plätze – jedes Mal nahezu ausverkauft. Also die ganz große Bühne nicht nur für die Weltspitze, sondern auch für Pferdenarren wie Hornsteiner (30) und Nebel (28). „Natürlich ist Anspannung dabei“, meint Hornsteiner. „Ich bin dann nicht mehr ansprechbar, da kribbelt’s.“ Alle sind gefangen von der unglaublichen Atmosphäre in der Halle. „Das ist nicht mehr zu toppen.“ Der „Stani-Seppi“ ergänzt kurz und trocken: „Einfach bärig, das hat man auch nicht alle Tage.“

Diesmal trat die Oberländer Reitertruppe mit 16 Rössern und acht „wuid’n Hund“ auf. Wobei: Diesmal balanzierte mit Anni Huber aus Warngau auch eine Frau barfuß auf den Pferderücken. Um die sogenannte Ungarische Post in Quadrille – also in Formation mit verschiedenen Figuren – zu beherrschen, war im Vorfeld Training angesagt – zweimal pro Woche auf dem Pferdehof der Familie Schwinghammer in Ohlstadt und im Landesgestüt Schwaiganger. Dort arbeitete lange Zeit Initiator Lerch, und dort wurde vor sechs Jahren ein hochrangiger German-Masters-Funktionär auf die Oberländer Reitertruppe aufmerksam.

„Das war das Sprungbrett zur großen Welt“, verdeutlicht Hornsteiner. Was der Zegl sagt, ist nicht mal übertrieben. Allein dreimal traten die Pferde-Akrobaten in Stuttgart auf. Gastspiele beim Chio in Aachen oder in Salzburg, Nürnberg, Wiesbaden und Pullman City folgten.

Der Aufwand, Mensch und Tier von A nach B und zurück zu befördern, ist gigantisch. Da fallen alleine schon Transportkosten im mittleren fünfstelligen Bereich an. Bei der jüngsten Tour nach Württemberg gingen 17 Pferde, acht Reiter und acht Begleiter auf Reisen. „Bodenpersonal“ nennt Hornsteiner die fleißigen Helfer, ohne die es nicht geht. Den Zegl begleitete seine Frau Anni, Josef Nebel konnte sich auf seine Freundin Lisa Neuner verlassen.

Wer Christian Hornsteiner, den gelernten Landschaftsgärtner und Familienvater, in der Krachledernen hoch zu Ross erlebt, mag gar nicht glauben, dass er erst seit sieben Jahren dieses Hobby betreibt. „Wir können nicht reiten, sondern nur drauf stehen“, scherzt der Mittenwalder. Sein Freund Seppi ist dagegen schon im Elternhaus mit Pferden groß geworden.

Die beiden halten bei ihrem tollkühnen Teufelsritt nicht nur die Zügel fest in der Hand. Als krönender Abschluss schnalzen sie mit der Goaßl. Die anderen platteln dazu – auf dem Boden wohlgemerkt –, und Reiter-Kollege Sebastian Erhart aus Burggen packt die Ziehharmonika aus. Einfach „wuide Hund“.

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