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Bozner Markt:  (v. l.) Thomas Rappensberger, Adolf Hornsteiner, Thomas Pfleiderer und Hubert Klotz stellen das Konzept vor. 

Gemeinde präsentiert Sicherheitskonzept

Bozner Markt: Fahrräder und Hunde verboten

Wenn im August das Mittelalter nach Mittenwald zurückkehrt, ist in Sachen Sicherheit vieles strenger als noch vor fünf Jahren. Kinderwagen dürfen nicht zu den Hauptbesuchszeiten aufs Gelände. Beton-Poller werden aufgestellt.

Mittenwald – Die Terroranschläge der vergangenen Monate in Europa sorgen auch in Mittenwald für Veränderungen. Das zeigte sich am Dienstag bei der Vorstellung des Sicherheitskonzepts für den Bozner Markt (5. bis 13. August), das Ordnungsamt-Chef Josef Stieglmeier, Bürgermeister Adolf Hornsteiner und Amtsleiter Hermann Baier im Rathaus vorgestellt haben. Denn: Erstmals gibt es ein Verbot für Hunde und Fahrräder. Kinderwägen dürfen nur außerhalb der Hauptbesuchszeiten in den Markt.

Zu dem werden je nach Wetterlage über 100 000 Besucher im Isartal erwartet. Zwar hat sich das Sicherheitskonzept von 2012 „sehr bewährt“ und wird deshalb so gut wie eins zu eins übernommen. Dennoch musste es aufgrund der aktuellen Geschehnisse „an manchen Stellen verschärft werden“, wie Stieglmeier erläutert.

So wird der Haupteingang mit „mobilen Betonabsperrungen“ flankiert werden. Die Hochstraße in Richtung Bahnhofsstraße soll gen Süden nur mehr in eine Richtung einbahnig befahrbar sein. Das habe allerdings nichts mit Terrorismus zu tun, wie Hornsteiner betonte. Vielmehr hat sich 2012 gezeigt: An Tagen mit hoher Gästefrequenz hat die Warteschlange „oft bis in die Straße hineingereicht“.

Solche Erfahrungswerte vom bislang letzten Bozner Markt wurden am Runden Tisch mit Vertretern von Gemeinde, Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz ausgetauscht. Die verschiedenen Aspekte sind in das neue Konzept eingeflossen. Ergebnis: Für Räder und Hunde gibt es ganz im Marktbereich vom 5. bis 13. August klar eine Rote Karte. Sonstige Gegenstände wie beispielsweise Kinderwagen sind „im Einzelfall zu prüfen“, unterstreicht Baier. Das bedeutet: Wenn am Abend die Straßen gut gefüllt sind, werden Eltern mit Kinderwagen abgewiesen.

Schärfer sollen auch die Einlasskontrollen werden. So erscheinen „zum jetzigen Zeitpunkt Taschen- und Rucksackkontrollen durch den Sicherheitsdienst durchaus verhältnismäßig“, macht Stieglmeier klar. Einerseits, „um präventiv Gefahren abzuwehren und andererseits dem Sicherheitsbedürfnis der Teilnehmer und der Besucher Rechnung zu tragen“. So sollen die Kontrollen bereits beim Einlass dafür sorgen, dass „keine pyrotechnischen Gegenstände, Waffen oder sonstige gefährliche Gegenstände oder Tiere“ auf das Marktgelände geschmuggelt werden können.

Die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst sei im Jahr 2012 „sehr gut“ gelaufen, wie alle Beteiligten bestätigten. Die private Security ersetzt aber natürlich nicht die Polizei. „Auch sie werden mit mehreren Einsatzkräften vor Ort sein“, sagt Baier. Die große Rettungszentrale wird in der Feuerwehrwache an der Innsbrucker Straße stationiert. Sie ist während der Markttage rund um die Uhr besetzt. Mit einem verfeinerten Parkleitsystem sollen auch die zahlreichen Autos der Besucher unterkommen. Meist sind es dann nur wenige Gehminuten zum Markt. Dennoch wird dringend empfohlen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Nicht zuletzt, um auch ohne schlechtes Gewissen den einen oder anderen Schoppen Wein zu verkosten.

Josef Hornsteiner

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