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Die frisch gebackenen Heersbergführer des Mittenwalder Bataillons.

Ein Kapitel Bundeswehr-Geschichte geht zuende

Die letzten Heeresbergführer ihrer Art

Mittenwald - Nach 56 Jahren ist Schluss: Die letzten sechs Heeresbergführer haben ihre nationale Ausbildung gemeistert. Fortan wird international geschult.

Sechs neue Heeresbergführer (HBF) gibt es bei der Gebirgsjägerbrigade 23, fünf davon sind Mittenwalder Soldaten des Bataillons 233. Sie waren die letzten, die den herausfordernden, nationalen Lehrgang erfolgreich meisterten. „Mit Ihrer heutigen Ernennung wird das Kapitel der rein nationalen HBF-Ausbildung geschlossen“, verdeutlichte der Kommandeur der Mittenwalder Gebirgs- und Winterkampfschule, Oberst Michael Warter, beim Appell am Offiziersheim.

Denn ab Juni werden die Spezialisten für den Einsatz in den Bergen zusammen mit den österreichischen Kameraden vom Gebirgskampfzentrum Saalfelden ausgebildet.

Aus den Reihen des Mittenwalder Quintetts stammt auch der Lehrgangs-Beste: Jens Wagner von der ersten Kompanie erledigte die einjährige Ausbildung mit 40 Einzelprüfungen im Sommer wie im Winter mit Bravour. Für ihn „waren die Skitouren das Schönste und die Bergtouren in den Dolomiten die größte körperliche Herausforderung“.
Wie schwer die Ausbildung ist, musste Slawomir Blos von der dritten Kompanie am eigenen Leib erfahren. Der Mittenwalder Soldat humpelte auf Krücken heran, um sich seine Urkunde abzuholen. „Bei der letzten Skitour in Andermatt habe ich mir bei der Abfahrt den Unterschenkel gebrochen“, erzählte er. Dabei lief es bis dahin so gut für den Polen, der seit 2008 in Mittenwald wohnt. Er hatte nicht nur alle Prüfungen bestanden, sondern auch den internen Wettkampf gewonnen.
Ein großes Lob gab es von Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann, Kommandeur des Ausbildungszentrums der Infanterie in Hammelburg: „Sie tragen jetzt beim Gebirgskampf als Speerspitze der Bundeswehr die Verantwortung für Ihre Kameraden.“
Wie sich das anfühlt, weiß Georg Gruber nur zu gut. Der Mittenwalder musste vor 40 Jahren zusammen mit etlichen Kameraden „nach Kreta ausrücken, um dort die Toten der abgestürzten Transall-Maschine im winterlichen Ida-Gebirge zu bergen“. Diesen Einsatz wird der frühere Gebirgsjäger nie vergessen. Er hatte gemeinsam mit weiteren Soldaten ein Wiedersehen der Heeresbergführer des Lehrgangs 1974/1975 nach 40 Jahren organisiert. Sie schwelgten bei der Feier in gemeinsamen Erinnerungen.

Diese werden vom diesjährigen, letzten nationalen Lehrgang für immer festgehalten – und zwar fürs Fernsehen. Im Auftrag von RTL II hatte ein Filmteam ein Jahr lang die angehenden Heeresbergführer begleitet. Unter dem Motto „Härtetest extrem“ wird N24 im Herbst einen Vierteiler, jeweils 45 Minuten lang, ausstrahlen. Wie sie auf der Mattscheibe wirken, konnten sich die Gebirgsjäger während der Feier in einem 15 Minuten-Trailer ansehen.

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