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Monsterbohrer: Ein solcher Bagger mit Aufsatz frisst sich ab kommender Woche im Mittenwalder Laintal in die Tiefe. Diese Aufnahme entstand in Sigmaringen. Im Hintergrund sieht man die Hohenzollern-Burg. 

Lainbach-Hochwasserschutz  in Mittenwald

Fress-Maschine im Einsatz

Die Anfahrt ist die größte Herausforderung. Am Montag, 23. Oktober, rückt ein Tieflader aus Niederbayern an. DasVehikel transportiert einen Bagger samt Bohrer, der im Zuge des Lainbach-Hochwasserschutzes benötigt wird. Um an die Baustelle zu gelangen, muss der 19-Meter-Lkw innerorts zahlreiche Engstellen passieren.

Mittenwald – Die technischen Daten – beeindruckend: Länge: 18,79 Meter; Breite: drei Meter; Höhe: 4,3 Meter; Gewicht: 91 Tonnen; neun Achsen. Bei dem Tieflader, der sich am kommenden Montagvormittag vom niederbayerischen Plattling ins oberbayerische Mittenwald mit 70 bis 80 Stundenkilometer bewegt, darf man also getrost von einem „Long Vehicle“ sprechen. Auf dessen Ladefläche wird ein Bagger mit einem sogenannten Drehbohrgerät der Firma Liebherr, Typ LB16, transportiert. Diese Spezialmaschine soll sich im Zuge des Lainbach-Hochwasserschutzes ab nächster Woche durch das Mittenwalder Erdreich beziehungsweise durch den Fels fressen.

Doch das ist laut Maschinist Günter Veigl im Grunde Routinearbeit. „Der Weg ist eine Herausforderung“ – der innerörtliche durch die Marktgemeinde. Dieser führt nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt von der B2-Abfahrt Süd über die Innsbrucker-, Adolf-Baader- und Ludwig-Murr- zur Laintalstraße. Aufgrund der teilweise beengten Verhältnisse darf es keine Behinderungen geben. Deshalb hat die Marktverwaltung am Donnerstag in dem betroffenen Viertel Hinweisschilder zu diesem Sondertransport aufgestellt. Anlieger müssen ihre dort geparkten Fahrzeuge vorübergehend woanders abstellen. „Links und rechts wird’s ein Halteverbot geben“, teilt Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier mit. Auch er blickt der Tieflader-Tour Richtung Laintal-Eingang mit Spannung entgegen.

Dort soll, wie berichtet, eine Geschiebe-Rückhaltesperre mit vorgelagertem Becken entstehen. Um dorthin aber zu gelangen, muss der bisherige Wanderweg für Baufahrzeuge deutlich verbreitert werden – und befestigt. Dazu benötigt man die Kraft und Wucht des Spezialgeräts LB 16. Dieses soll zirka 200 bis zu sieben Meter tiefe Löcher bohren – Durchmesser 62 Zentimeter. In diese werden anschließend zur Hangsicherung Betonpfähle gesetzt. „Das bleibt zu 75 Prozent erschütterungsfrei“, versichert Spezialist Veigl. „Ein kleines Kitzeln wird man aber schon merken.“ Der 47-jährige Simbacher hat genug Erfahrung. In Darmstadt arbeitete er sich mit seinem Spezialbohrer schon mal 64 Meter ins Erdreich – persönlicher Rekord.

Gegen 13 Uhr werden er und der ukrainische Tieflader-Fahrer in Mittenwald erwartet. Der Mann am Steuer muss im Gries ein besonderes Manöver vollbringen: Die letzte Strecke darf er seinen 19-Meter-Vehikel rückwärts die Laintalstraße hinauf steuern. Ein Spektakel, das es in Mittenwald nicht alle Tage zu sehen gibt. Mit allerhand Zaungästen ist also am Montag durchaus zu rechnen.

Die eigentlichen Bohrarbeiten werden laut Veigl am Dienstag spätestens am Mittwoch beginnen. Das hängt vom Eintreffen sonstigen Zubehörs ab. In drei Wochen will der Baggerführer seine Arbeit abgeschlossen haben. Nach den Vorort-Gesprächen steht für ihn aber schon jetzt fest: „Mittenwald ist ein Höhepunkt, denn eine so schöne Baustellen hat man selten.“

Christof Schnürer

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