Der Stammgast: Charly Mader – ein Mittenwalder, der in Wallgau wohnt – lässt sich an der Brunnsteinhütte bei Mittenwald das Weißbier schmecken.
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Der Stammgast: Charly Mader – ein Mittenwalder, der in Wallgau wohnt – lässt sich das Weißbier schmecken.

Brunnsteinhütte selbst Ende November geöffnet

Wirtsleute machen es möglich: Sonnen-Wochenende für die Einheimischen

Auch eine Woche vor dem ersten Advent haben Bergunterkünfte geöffnet - zumindest die Brunnsteinhütte. Wegen der günstigen Wetterprognosen gönnten sich die Wirtsleute Gallenberger ein arbeitsreiches Wochenende.

Mittenwald – Schon um 7 Uhr steigen die Wirtsleute Barbara und Hans-Peter Gallenberger mit ihrer dreijährigen Stockhaar-Schäferhündin Letti hinauf zur Mittenwalder Brunnsteinhütte (1560 Höhenmeter). Was nicht weiter verwunderlich wäre, wenn nicht gerade der 20. November auf dem Kalenderblatt stehen würde. Nächsten Sonntag ist erster Advent, dann beginnt die Weihnachtszeit.

Trotzdem haben sich die Gallenbergers entschlossen, für dieses Wochenende wieder kurzfristig die Alpenvereinsunterkunft aufzusperren. Schließlich prophezeien die Wetterfrösche Sonne satt.

Kaum haben die Gallenbergers die Brunnsteinhütte erreicht, auf der sie heuer den 40. Bergsommer am Stück absolviert haben (wir berichteten), beginnen sie in der Küche mit den Vorbereitungen. Das Angebot des Tages sind Spinatknödel mit Salat, Sauerkraut oder in Brühe. Für den Kartoffelsalat werden die gekochten Erdäpfel von Barbara Gallenberger mit dem Butterschneider zerteilt. Gleichzeitig läuft die Rührmaschine für die frischen, hausgemachten Backwaren. Diesmal stehen Käsestreusel-, Schokonuss- und Apfelkuchen auf dem Speiseplan.

Kaum zu glauben: Es ist Ende November, und die Gäste sitzen draußen in der Sonne auf der Terrasse.

Der Duft strömt durch die Hütte und zum Ausgabefenster raus. „Unsere hungrigen Gäste verlangen am meisten nach Kaiserschmarrn, Spinatknödeln, Kaspatzen und Schinkennudeln“, plaudert die Hüttenwairtin aus dem Nähkästchen. Und Kaffee mit Kuchen gehen immer, kann man beobachten.

Die ersten Stunden ist es ruhig. Sobald die Sonne die Hütte voll erreicht hat, kommen die Gäste. Viele aus Mittenwald, aber auch aus dem weiteren Landkreis und darüber hinaus. Alle genießen den schönen, sonnigen Spätherbsttag, während die Daheimgebliebenen im kalten Nebel sitzen.

Die weithin bekannte Bergfexin Liesl Seitner aus Mittenwald zum Beispiel stieg direkt von ihrem Zuhause im Schwarzenfeld zur Hütte auf. „Ich bin sehr viel unterwegs und war auch diesen Sommer schon achtmal mal hier oben – allein oder mit Freundin.“ Warum es sie immer wieder hinauf zieht? „Na, es gibt gutes Essen, und die Wirtsleut sind nett und freundlich. Man fühlt sich einfach Zuhause.“

Stammgast Charly Mader, ein gebürtiger Mittenwalder, der in Wallgau wohnt, ohne den sich die Gallenbergers das Wochenende gar nicht vorstellen können, besuchte in diesem Jahr schon 30 Mal die Brunnsteinhütte. „Man kimmt zum Ratschn und Ess’n aufi und genießt die Sonn sowie die Aussicht.“ Das und das kühle Weißbier reichen, um im Gebirge glücklich zu sein.

Auch der sieben Monate alte Linus und seine Eltern Johannes Auberger und Carmen Hecht aus Ohlstadt haben den Brunnstein erklommen. Opa Wolfgang Auberger aus Niederhinkofen im Regensburger Land berichtet ganz stolz: „Ich habe meinen Enkel hochgetragen.“ Die Brunnsteinhütte kennt der Oberpfälzer von früher. „Einfach schön ist’s hier.“

Was an diesem November-Wochenende verwundert: Der befürchtete Ansturm der Naherholer aus dem Großraum München ist dieses Mal ausgeblieben.  Peter Kornatz

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