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Rote Radler auf Wahlkampftour: Bayerns Oppositionsführer Markus Rinderspacher (4. v. r.), dessen SPD-Landtagskollege Florian von Brunn (2. v. l.) und Lokalmatador Enrico Corongiu (3. v. l.) starten am Mittenwalder Bahnhof ihre Tour. Sie werden von Ortsvorsitzendem Detlef Hardt (3. v. r.) und dem Wallgauer Parteifreund Bastian Eiter (r.) begleitet. 

Strampeln für den Wahlkampfsieg

SPD und Grüne auf Stimmenfang im Isartal

Wenn Wahlkampf ist, verschlägt’s sogar Nicht-Schwarze ins erzkonservative Obere Isartal. Nach der FDP geht die SPD in der CSU-Hochburg mit Münchner Polit-Promis auf Stimmenfang. Vor einer überschaubaren Kulisse will auch die grüne Hoffnung Gabriela Seitz-Hoffmann Sympathiepunkte sammeln.

Mittenwald – Wenigstens haben Markus Rinderspacher und seine 14 Mitstrampler Glück mit dem Wetter. Als Bayerns Oppositionsführer mit den „Roten Radlern“ in Mittenwald seine Charme-Offensive startet, scheint die Sonne über dem pechschwarzen Mittenwald.

Bevor die Tour de Isartal in Schwung kommt, tauschen sich Rinderspacher und sein Landtags-Fraktionskollege Florian von Brunn mit dem örtlichen Hoffnungsträger Enrico Corongiu bei einer Tasse Kaffee im Bahnhof über aktuelle Themen aus. Dann zeigt der Lokalmatador mit Bundestags-Ambitionen seinen prominenten Genossen seine Heimat – auf geht’s.

Dass Rinderspacher dabei kräftig in die Pedale tritt, gehört mittlerweile, wie er findet, zu einem bewährten Prinzip. Mehr als 1500 Kilometer sind im Namen der Politik zusammengekommen. „Man erlebt Mensch und Natur hautnah, statt hinter den Fenstern von Autos zu sitzen.“

In Mittenwald dürfte er wohl viele Eindrücke mit in die Landeshauptstadt genommen haben. Überall mächtige Burgtore, viele Holzstände und eine Prangerbühne direkt vor der Pfarrkirche – klar, der Bozner Markt steht an. Dann stoppt der SPD-Tross erstmals am Geigenbaumuseum. „Ich stamme aus einer sehr musikalischen Familie“, betont Rinderspacher. Schon sein Großvater streichelte das Cello. Auch dessen wortgewaltiger Enkel würde im Seehofer-Land nur allzu gerne die erste Geige spielen.

Weiter geht’s zum Berggasthof Gröblalm – eine Mahlzeit gibt den Wahlkämpfern die nötige Kraft und Ausdauer für den Endspurt. Doch vorher landen die Roten auf der Goas-Alm. Dort erläutert Landwirt Adi Sailer, selbst zwölf Jahre für die Freien Wähler im Mittenwalder Gemeinderat aktiv – vor malerischer Karwendel- und Buckelwiesen-Kulisse die Vorzüge der Ziegenhaltung. Als der Endpunkt Garmisch-Partenkirchen erreicht ist, haben die Teilnehmer 80 Kilometer in den Beinen. Ob sie auch Wählerstimmen einfangen konnten?

Etwas unsportlicher geht es bei Bündnis 90/Die Grünen zu. Bundestags-Kandidatin Gabriela Seitz-Hoffmann lädt kurz vor der Bozner-Markt-Eröffnung ins Gasthaus Alpenrose ein. Unter dem provokativen Motto „Wer kann geht weg?! – Welche Zukunft hat die Jugend dahoam?“ hätte beim „Oimroasa“ eigentlich mit dem Nachwuchs geredet werden sollen. Allerdings fehlt dieser an diesem Abend gänzlich. „Der Zeitpunkt war wohl etwas ungünstig gewählt“, zeigt sich die Hohenpeißenbergerin selbstkritisch. Bei der Marktwoche haben selbst grüne Thesen keine Chance. Nur fünf Zuhörer – inklusive Kreissprecherin Nathalie Fischer – sitzen im Salettl.

Austauschen tut man sich dennoch rege – auch über lokale Themen. „Wir befürworten die Pläne für eine Flixbus-Haltestation in Mittenwald sehr“, betont Seitz-Hoffmann. Dafür stehe ihre Partei ja: Weg vom Auto, hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Botschaft, die die wackere Wahlkämpferin gerne mehr Menschen mitgeteilt hätte.

Josef Hornsteiner

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